Unser Arbeitsalltag in Mollesneijta

22. Januar 2020 by

Liebe Bloggemeinschaft,
Mein Name ist Christian und zurzeit bin ich zusammen mit Johanna Agrecol-Praktikant in Mollesneijta. Ich möchte diesen Blogeintrag dazu nutzen, euch unseren Alltag auf der Versuchsstation näherzubringen.
Unser Arbeitstag beginnt meistens um 8 Uhr nach einem gemeinsamen Frühstück, gestärkt durch Porridge, Spiegeleier und leckeren saisonalen Obst aus Bolivien. Alle Langzeitfreiwilligen, die zurzeit in Mollesneijta sind, haben ihre eigene Versuchsparzelle, an welcher sie in der Regel arbeiten. Über meine Parzelle berichte ich in einem weiteren Beitrag.
Neben unseren Projekten gibt es jedoch genug anderes in Mollesneijta zu tun. So kommt es nicht selten vor, dass Noemi morgens in die Küche kommt und fragt, wer von uns Lust hat, ihr beim Pflanzen, im “vivero”, der Baumschule oder bei der Pflege der bestehenden Parzellen zu helfen. Vor allem im Dezember wird viel in Mollesneijta gepflanzt, da zum einen die Regenzeit in diesem Monat beginnt und man so die Pflanzen zu Beginn nur vermindert bewässern muss. Des Weiteren werden im Gegensatz zu Deutschland die Tage ab der 21. Dezember wieder kürzer. Die Pflanzen nehmen dies mit ihrer inneren solaren Uhr wahr und reduzieren ihr Wachstum. So kam es im Dezember nicht selten vor, dass ich meinen Vormittag damit verbracht habe, die frischgepflanzten Obst- und Beibäume anzugießen. Von 12-14 Uhr haben wir immer Mittagspause, was auch gut ist, da zu diesem Zeitpunkt die Sonne am stärksten ist. Doch jede nachdem welcher Tagesaufgabe man sich widmet, fällt auch diese Mittagspause mal schnell weg: Falls man Pflanzenkohle mithilfe des Kon-Tiki erzeugt, muss man einplanen, dass man pausenlos 8 Stunden Holz nachlegen muss, damit Kohle und keine Asche erzeugt wird.
Der Arbeitstag endet um 17 Uhr. Es folgt das Abendessen, welches von Doña Crisencia zubereitet wird. Falls keine Berichte oder Arbeiten geschrieben werden, spielen wir abends oft Karten oder schauen uns vom Modellhaus den Sonnenuntergang über dem Valle de Cochabamba an.
Ich hoffe ich konnte euch unseren Tagesablauf ein wenig näher bringen und bis bald!
Christian

Agroforstkurs in Tapacarí

11. Januar 2020 by

Hola, hier meldet sich Johanna, die Praktikantin in Mollesnejta, Bolivien.
Ich habe hier die Möglichkeit bekommen, über die deutsche NGO Naturefund eine Ausbildung zur Agroforsttrainerin zu machen. Dafür kann ich Noemi bei ihren Kursen hier begleiten. Im Folgenden nun der Bericht über einen zweitägigen Kurs für indigene Kleinbauern und -bäuerinnen in einer der ärmsten Gegenden Boliviens.

Tapacarí
Der Weg nach Tapacarí ist beschwerlich. Von der Hauptstraße von Cochabamba nach La Paz zweigt man ab auf eine Schotterpiste, der man dann ca. 1,5 Stunden rauf und runter entlang eines Flusses folgt. Rundherum sind Berge, man befindet sich in den östlichen Anden-Kordilleren mal etwas unter, mal etwas über 3000 Metern. Tapacarí ist eine Provinz des Departments Cochabambas und eine der ärmsten Gegenden Boliviens. Die ungefähr 24 000 EinwohnerInnen sind auf viele Bergrücken verteilt, die Bevölkerungsdichte beträgt nur knapp 17 Personen/km2. Der Großteil der Menschen, die hier leben sind Indigene: Quechua und teilweise auch Aymara. Sie betreiben hauptsächlich Subsistenzwirtschaft mit Kartoffeln, Bohnen, Hafer und Getreide. Viele haben eine Schafherde oder ein paar Ziegen oder Schweine. Einige wenige haben auch Esel oder kleine Pferde für den Transport oder ein paar Kühe. Manchmal gibt es auch Arbeit bei verschiedenen Bauprojekten der Provinz, wie momentan zum Beispiel eine Mauer am Flussufer, die vor Überschwemmungen in der Regenzeit schützen soll. Die Berghänge sind meist mit Gräsern und Sträuchern bewachsen, manchmal sieht man auch kleine Eukalyptus- und Kiefernwälder. Dazwischen schlängeln sich breite Flussbetten, in denen jetzt in der Trockenzeit meist nur kleine Bäche fließen, die sich aber in der Regenzeit ab November, Dezember füllen und zu reißenden Flüssen werden. Das Gestein der Flüsse ist sehr mineralsalzhaltig: auf den Feldern entlang der Flüsse, die über diese bewässert werden, sind weiße Salzablagerungen zu sehen. Auf der langen Fahrt sieht man auch immer wieder mal Wasser aus dem rötlichen Gestein kommen und manchmal auch kleine Felder mit einer dunklen, lehmigen Erde, Boden ist also meistens vorhanden.

Tapacarí

Der Agroforstkurs
Noemi Stadler-Kaulich (Mollesnejta) wurde vom Büro für „Desarollo productivo“ (Produktive Entwicklung) der Provinz eingeladen, einen Agroforstkurs für die Bauern und Bäuerinnen einiger Gemeinden zu geben. Über ein Projekt der Provinz haben sie geholfen, Kiefern zur Wiederaufforstung einiger Berghänge zu pflanzen. Im Gegenzug dazu haben sie Apfel- und Pfirsichbäume für ihre Gärten erhalten. Ziel des Kurses war es, die Pflanzungen zu begutachten und Ratschläge zu geben, wie sie verbessert werden könnten.

Am ersten Tag trafen wir nach ca. einer halben Stunde Fahrt ab Tapacarí-Dorf am Ort des ersten Kurses ein. Wir wurden schon von einigen Bauern und Bäuerinnen erwartet und gemeinsam stiegen wir von der Straße um die 200 Höhenmeter in Richtung Fluss zu einer Obstparzelle ab. Insgesamt nahmen ungefähr 45 Personen aus 4 verschiedenen Gemeinden am Kurs teil, von denen etwas mehr als die Hälfte Männer waren. Das Team bestand aus drei Angestellten der Provinzverwaltung und Noemi Stadler-Kaulich als Expertin in Agroforstsystemen. Der Kurs dauerte ca. drei Stunden und wurde zum großen Teil auf Quechua abgehalten. Die Ausführungen von Noemi auf Spanisch wurden übersetzt.

Am Nachmittag fand eine Besichtigung der neugebauten Baumschule in Tapacarí-Dorf statt. Zur Anschauung wurden auch auf dem Vorplatz Obstbäume gepflanzt. Dort fand der zweite Kurs mit anderen Gemeinden statt. Zu diesem kamen jedoch nur ca. 10 Personen, wodurch er auch kürzer ausfiel und nach einer Stunde wieder beendet war.

Der zweite Kurstag begann mit einer zweistündigen Fahrt an den Rand der Provinz. An einem Flussufer, der die Grenze zum Department La Paz bildet, trafen wir die BewohnerInnen verschiedener Gemeinden. Knapp 30 Personen, davon fünf Frauen, nahmen an diesem Kurs teil, der wiederum in einer Obstparzelle eines Teilnehmers stattfand. Der Kurs dauerte insgesamt drei Stunden und endete mit einem gemeinsamen Essen, bei dem alle gekochte Kartoffeln, Bohnen und Reis miteinander teilten.

Besprochene Themen:

  • Vorteile von Agroforst: der Nutzen von Begleitbäumen zwischen Obstbäumen
  • Baumschnitt
  • Schutz der Parzelle vor Wind und Erosion: lebendige Zäune, Terrassierung durch kleine Steinmauern
  • Schädlinge (Insekten, wilde Meerschweine)
  • Nutzungskonflikte: wie man das Vieh davon abhalten kann, in der Obstparzelle herumzulaufen
  • Größe der Pflanzlöcher
  • Konkurrenz zwischen Obst- und Begleitbäumen
Eine der Obstparzellen, die die Familien angelegt haben und anhand derer der Kurs abgehalten wurde

Die Kursmethodik
Ziel des Kurses war, den Bauern und Bäuerinnen die grundlegenden Prinzipien von Agroforst anschaulich zu erklären und ihnen so Möglichkeiten für ein zusätzliches oder gesteigertes Einkommen durch den Verkauf von Früchten zu bieten. Angepasst an das niedrige Bildungsniveau der TeilnehmerInnen wurde mit Beispielen vor Ort und einprägsamen Vergleichen gearbeitet.

  • Bäume-Aufstellung
    Je eine Person kniet an einer Ecke eines 4×4 Meter-Quadrats. Sie werden gefragt: „Stellt euch vor, ihr seid kleine Obstbäume. Alleine, Wind und Sonne ausgesetzt. Wie fühlt ihr euch?“ Nach und nach werden Personen als Begleitbäume dazwischen gestellt. Diese wachsen schneller und geben den Obstbäumen Schatten und Windschutz. Über die Wurzeln können die Bäume kommunizieren, der Abstand zwischen den einzelnen Bäumen ist jetzt nicht mehr so groß wie vorher.
  • Vergleich kleine Bäume – kleine Kinder
    „Kleine Bäume sind wie kleine Kinder. Würdet ihr eure Kinder alleine lassen? Genauso wie wir uns um unsere Kinder kümmern, müssen wir uns auch um unsere Bäume kümmern“
  • Komplexe Themen wurden auf einfache Merksätze heruntergebrochen:
    • Bäume brauchen Nährstoffe aus dem Boden, um wachsen zu können: „Ein Apfelbaum, der nichts zum Essen bekommt, wird keine Früchte geben. Ein Pfirsichbaum, der…“
    • Die Kreisläufe vor Ort sollten möglichst geschlossen sein: „Es ist wichtig, dass alles am selben Ort bleibt“
    • Erklärung der Interaktion von Obst- und Begleitbaum (auf die Frage hin, ob es nicht zu einer Konkurrenzsituation kommt): „Der Molle kocht das Essen für den Apfelbaum. Wir helfen uns: ich esse Früchte, du isst Fleisch, wir haben verschiedene Bedürfnisse, es gibt keine Konkurrenz.”
    • Mulchen: es ist wichtig, dass im Umkreis des Baumes der Boden bedeckt ist, um die Evaporation zu vermindern und dem Boden gleichzeitig Material zum Humusaufbau zu geben: „Wenn wir schlafen, wollen wir auch warme Füße haben“. Daraus wurde die Aufforderung, die Füße der Pflanzen zu bedecken abgeleitet.
  • Umsetzung der Vorschläge an Ort und Stelle
    Gemeinsam wurde eine kleine Mauer zur Terrassierung gemacht. Noemi hat die Probe gemacht: eine Hand voll Steine auf den Boden fallen lasse, sie wurden von der Mauer aufgehalten. Genauso wird die Mauer die Erde aufhalten, wenn es stark regnet.
Kursmethodik: mit dem arbeiten, das vor Ort vorhanden ist
Kursmethodik: Bäume-Aufstellung

Beobachtungen

  • Immer wieder wurde der Vergleich zwischen Menschen und Pflanzen hergestellt. Das Leben der Menschen kennen wir, ist uns vertraut. –> Durch den Vergleich mit etwas Bekanntem sind neue Dinge schnell verständlich und einprägsam.
  • Oft haben die beiden Mitarbeiter der Provinz nicht nur Noemis Aussagen aus dem Spanischen ins Quechua übersetzt, sondern zu zweit in ihren eigenen Worten nochmal ausgeführt und wiederholt. –> Denn in der Kultur der Quechua zeigt sich die Bedeutung einer Aussage anhand der Häufigkeit der Wiederholungen.
  • Es wurde immer wieder direkt der Besitzer der Parzelle oder andere Personen angesprochen, gefragt. –> Durch direktes Einbinden wird versucht, das Verständnis für und die Beschäftigung mit dem Thema zu stärken.
  • Es wurde nie Befehle oder Anweisungen gegeben, sondern immer nur Vorschläge und Ideen gebracht, wie sie ihre Obstpflanzungen verbessern könnten. Es wurde auch ausdrücklich gesagt, dass es sich um Vorschläge handelt: „Das sind gut gemeinte Beobachtungen! Es ist keine Verpflichtung, es sind Vorschläge. Es hängt von jedem einzelnen ab. “ –> Aus Respekt vor ihren Bemühungen und ihrem Wissen und um die Bauern und Bäuerinnen nicht zu verärgern.
  • Noemi hat die Bauern und Bäuerinnen öfters gelobt, sie bestärkt und auf ihre Vorfahren verwiesen: „Ihr habt schon das ganze Wissen, es fehlt nur die Anwendung!“ Die Mitarbeiter der Provinz haben appelliert, dass sie alle möchten, weiterhin hier als Bauern und Bäuerinnen leben zu können. Auch Verkaufsmöglichkeiten wurden aufgezählt: “Wir können hier besser leben als in der Stadt!“ „Die Menschen, die hier leben, müssen nicht arm sein!” (Noemi) –> Es wurde versucht, sie in ihrer Lebensweise und ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Es wurde von Seiten der Provinzverwaltung auch gesagt, dass deren Ziel ist, die Abwanderung, vor allem in die Stadt, zu bremsen.

Was ich gelernt habe

  • Es ist breites Wissen über die Kultur notwendig, um sich in einem Kurskontext wie diesem angemessen verhalten zu können und um das Ziel, die Weitergabe von Wissen, zu erreichen.
  • Die Menschen müssen einen wirtschaftlichen Nutzen in ihren Bemühungen sehen, nur dann werden sie bereit sein, sie umzusetzen und Agroforst anzuwenden.
  • Spontan sein! Wir wussten kaum, was uns erwartet, als wir in Tapacarí ankamen. Es ist also notwendig, spontan auf die Gegebenheiten vor Ort und die Erwartungen der Menschen einzugehen. Man arbeitet mit dem, was vor Ort vorhanden ist: Pflanzenarten, Boden, Wissen. („Die erste Frage ist: was gibt es vor Ort? Die nativen Pflanzen zeigen uns, wie der Boden beschaffen ist.“)
  • Die Menschen immer mit großem Respekt behandeln, ihr Wissen und ihre Geschichte wertschätzen. Sensibel mit dem kolonialen Kontext umgehen.
  • Klar und deutlich sein in den Ausführungen, einfache, merkbare Sätze oft wiederholen.
  • Im Gespräch mit den Verantwortlichen und Projektleitern gibt es die Möglichkeit, direkter Dinge anzusprechen, neue Ideen einzubringen und zu versuchen, etwas zu bewegen.
Kursmethodik: Ideen vor Ort umsetzen (hier der Bau einer kleinen Steinmauer zur Terrassierung)


How to get a Visa in Bolivia: Ein Erfahrungsbericht

18. Oktober 2019 by

Um mich legal knapp ein Jahr in Bolivien aufhalten zu können, musste ich ein Visum beantragen – soweit so gut. Also machte ich mich letzten Dienstag bald in der Früh auf die 1,5 bis 2stündige Fahrt in die Stadt nach Cochabamba in die „Migración“, sozusagen die Behörde für alle Ausländer und Ausländerinnen. Im Nachhinein betrachtet war ich wohl etwas zu optimistisch. Ich dachte nämlich ich gehe dahin, die schauen sich meinen Pass an, ich muss irgendeine Summe bezahlen, die geben mir einen Stempel rein und fertig. Dem war leider nicht so – aber der Reihe nach.

Dienstag: Ankommen bei der Migración – Schlange stehen – drankommen – dem Portier mein Anliegen erklären: nach einem kurzen Blick in meinen Pass reicht er mir einen Zettel mit einer langen Liste an Dokumenten, die ich brauche. Perplex stehe ich wieder draußen und studiere den Zettel. Ich habe viele Fragen und so schnell will ich mich nicht abwimmeln lassen, also wieder: Schlange stehen – drankommen. Der Portier ist geduldig und beantwortet mir meine Fragen. An der Sachlage ändert das aber leider nichts, ich komme an dem Portier heute leider nicht vorbei. Also geht’s weiter in ein Internetcafé. Nach kurzer Recherche weiß ich, wohin mich mein nächster Weg führt: zum INSO, dem Instituto Nacional de Salud Ocupacional, sozusagen dem Gesundheitsamt für die arbeitende Bevölkerung. Von denen brauche ich eine Bestätigung. Dort angekommen – zum Glück keine Warteschlange – anklopfen – wiedermal mein Anliegen erklären. Es wiederholt sich dasselbe Schauspiel wie vorher in der Migración: nach ein paar Sätzen werde ich wieder hinauskomplimentiert: auf der Außenseite der Tür stünden alle Informationen. Etwas verwirrt studiere ich also die Informationen, mit vielen offenen Fragen klopfe ich dann aber noch einmal an. Auch die Ärztin ist zum Glück geduldig und erklärt mir alles. Die Schlussfolgerung: ich kann heute nicht mehr viel ausrichten, ich muss morgen Früh wiederkommen und zwar nüchtern, mit einer Urinprobe im Gepäck und einer Bestätigung, dass ich für die notwendigen Untersuchungen bezahlt habe. Also geht’s weiter zur Apotheke, Probecher kaufen – Bankomat, Geld abheben – Bank, überweisen und das war’s dann auch für heute.

Mittwoch: Nachdem ich grausam früh aufgestanden bin, stehe ich um halb 8 wieder vor dem Gesundheitsinstitut. Die folgenden drei Stunden bestehen hauptsächlich aus Warten. Dazwischen wird mir Blut abgenommen, ich gebe meine Urinprobe ab, ein Röntgen wird von meinem Brustkorb gemacht und ich muss ein paar Fragen zu meiner Gesundheit beantworten. Es ist außerdem spannend, mal ein bolivianisches Krankenhaus von innen zu erleben und besonders angenehm, dass ich dabei nicht krank bin. Weiter geht’s wieder zur Migración: einige Fragen sind doch noch offen. Diesmal schaffe ich es am Portier vorbei und bekomme eine Wartenummer. Endlich dran, lege ich der Dame am Schalter meine Papiere vor: dieses fehlt, jenes auch, hier brauche ich das Original, hier auch – dankenswerterweise schreibt sie mir eine Liste.

Freitag: Ich bin ich wieder in der Stadt um mein Gesundheitszertifikat abzuholen (Glück gehabt, ich bin gesund!). Wieder zur Migración – Nummer ziehen – warten. Ich bin überzeugt davon, dass ich diesmal alles beisammenhabe und nehme das Warten gelassen hin. Irgendwann bin ich endlich dran, ein Herr hinterm Schalter studiert diesmal meine Papiere. Schnell erklärt er mir, dass es ein Problem gebe: hier hat eine andere Person unterschrieben als dort und das fehle mir auch. Ich versuche es ihm zu erklären, argumentiere, verweise auf die Liste, die ich zwei Tage zuvor erhalten habe. Schließlich schaltet sich auch die Beamtin, die eben diese Liste verfasst hat, ein. Es nützt alles nichts, niedergeschlagen stehe ich wieder draußen – ich muss noch einmal kommen.

Montag: 3. Besuch bei der Migración. Wieder: Schlange stehen – Nummer ziehen – warten. Ich bin zum Glück früh dran und sitze bald einer dritten Person gegenüber, die meine Papiere studiert und: wiederum findet sie ein Problem: hier steht etwas anderes als dort und das darf nicht sein. Ich bräuchte nur noch dieses eine Papier, eine Kopie würde reichen. Gut, ich lasse mich nicht entmutigen, gehe raus, telefoniere: Ernüchterung, meine Organisation hat das gefragte Papier nicht. Ich gehe also wieder rein, erkläre die Situation. Ich bin entschlossen – heute will ich nicht wieder ohne Ergebnis nach Hause fahren. Die Dame hinter dem Schalter ist ratlos, also schickt sie mich einen Stock höher in das Büro ihres Vorgesetzten. Noch einmal erkläre ich meine Situation. Wir diskutieren und schließlich bekräftigen wir mit Handschlag das Ergebnis: ich muss ein bestimmtes Dokument schreiben, aber es reicht, wenn ich heute eine Kopie der Unterschrift habe. Also wieder ins Internetcafé – das Dokument schreiben – telefonieren – warten. Ich bin megafroh, dass die Chance, heute doch noch zu meinem Visum zu kommen, noch am Leben ist. Während dem Warten beobachte ich die Müllabfuhr. Sie hat ein Megafon auf dem Dach, aus der ein Song tönt, der die Leute auffordert, ihren Müll nicht auf die Straße zu werfen, sondern zu sammeln und der Müllabfuhr zu übergeben. Irgendwann hat auch dieses Warten ein Ende, wieder ins Internetcafé, ausdrucken, wieder in die Migración. Die Beamtin von vorher nimmt mein Dokument entgegen und verschwindet nach oben in das Büro ihres Vorgesetzten. Klappts diesmal, oder wieder nicht? Sie kommt zurück: „Toma asientito“ (Nimm Platz), die eigentliche Beantragung meines Visums kann endlich beginnen! Ein paar Minuten später stehe ich wieder auf der Straße: ich muss zur Bank, die Gebühr überweisen. Also zum Bankomaten, Geld abheben – zur Bank, Nummer ziehen – warten – Überweisung tätigen – zurück zur Migracion – ins Internetcafe, zwei Kopien von der Bestätigung machen – Nummer ziehen – warten. Da sagt mir die Beamtin, ich hätte leider Pech, sie hat nämlich die Strafzahlung vergessen, da ich schon drei Tage ohne gültiges Visum im Land bin. Also wieder zur Bank, das ganze Prozedere noch einmal. Danach hetze ich zurück zur Migración, sie schließt nämlich in zehn Minuten. Das Wartezimmer ist leer, ich komme bald dran: ein Foto wird gemacht (obwohl ich schon zwei mitbringen musste…), meine Fingerabdrücke werden genommen und das war’s: in zehn Tagen kann ich wiederkommen und meinen Pass abholen. Ich hab’s geschafft! Ziemlich fertig mache ich mich auf den Heimweg nach Combuyo.

Eine von vielen Wartenummern…

Nachtrag: Während der ganzen Warterei kam mir der Gedanke, dass es gar nicht schadet, hin und wieder mal Ausländerin zu sein, um zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn man zum Beispiel dem Willen der Behörden ausgesetzt ist. Ich dachte an meine syrischen und afghanischen Freunde, die in Österreich Asyl beantragt haben und auch unzählige Behördengänge hinter sich haben. Eine Seite, die ich als Inländerin an Österreich nicht wirklich kenne, hier in Bolivien als Ausländerin aber erlebe. Als ich dann den vierten Tag in der Migración war und mir das Warten schon zu viel wurde, dachte ich mir, dass es jetzt auch wieder reicht und ich schon genug Erfahrungen mit der Behörde gesammelt habe. Da musste ich wieder an meine Freunde denken. Bei mir ging es um einen Behördengang und eine Fahrt nach Cochabamba mehr oder weniger. Bei ihnen geht es darum, ob der Asylantrag genehmigt wird oder nicht – also um die gesamte Zukunft.

Una pasantía en „Mollesnejta“

18. Oktober 2019 by

¡Saludos desde Cochabamba- Bolivia!
En agosto del presente año, he comenzado una pasantía en el predio experimental de agroforesteria andina “Mollesnejta” ubicada en Combuyo-Vinto sobre la cota 2750, que limita el Parque Nacional Tunari.
Mi nombre es Patricia Mamani, actualmente soy estudiante de la carrera de ingeniería forestal en la Escuela de Ciencias Forestales más conocida como “ESFOR” y perteneciente a la universidad pública Mayor de San Simón (UMSS) de Cochabamba.
“La práctica nos enseña”, es el lema de la carrera de ingeniería forestal en la “ESFOR” y por ende en cada semestre se habilitan dos semanas de prácticas forestales para realizar viajes y actividades relacionadas a cada materia.
La pasantía se realiza para obtener el título de Técnico Superior Forestal en el 6° semestre y a la vez para ganar experiencia en el ámbito laboral, también cabe recalcar que la pasantía es parte de la malla curricular de la carrera de ingeniería forestal.
Lo que me impulso a iniciar una pasantía en “Mollesnejta” fue el interés y la curiosidad que tengo en la agroforesteria y por ser de Cochabamba, que mejor lugar que este predio experimental para aprender y practicar nuevos conocimientos adquiridos.
De todas las materias que he cursado hasta ahora la que más inquietudes me ha creado ha sido la de agroforesteria. Para entender un poco aquí les dejo una definición: La agroforesteria es un sistema sustentable de manejo de cultivos y de tierra que procura aumentar los rendimientos en forma continua, combinando la producción de cultivos forestales arbolados con cultivos de campo arables y/o animales de manera simultánea o secuencial sobre la misma unidad de tierra, aplicando además prácticas de manejo que son compatibles con las prácticas culturales de la población local. (Consejo Internacional para la investigación en la Agroforesteria, 1982).
Las inquietudes que tengo y las ganas de aprender acerca de la agroforesteria se deben a que no existen recetas en la implementación de los sistemas agroforestales, se tiene principios básicos, pero no reglas rígidas, la gente del lugar son los expertos, la observación es una de tus herramientas más importante. La agroforesteria busca combinar las prácticas y los conocimientos ancestrales y locales con la ciencia.
Por ultimo dejarles el por qué, donde y los objetivos de la pasantía.
Título: “Parcela agroforestal con aplicación de biocarbón en el valle central de Cochabamba”.
El predio “Mollesnejta” tiene una superficie de 16 hectáreas y está ubicado en el Valle de Cochabamba, Provincia de Quillacollo, Municipio de Vinto, por encima del canal de riego de la comunidad de Combuyo, en la ladera de la Cordillera del Tunari y sobre la cota 2.750, que limita el Parque Nacional Tunari. El clima local es semiárido con precipitaciones anuales entre 250mm hasta 600 mm y una temperatura media anual de 18°C. El terreno es muy pedregoso y tiene una pendiente moderada hasta fuerte. La sobrecarga de animales de pastoreo anterior a 1999 había provocado erosiones, cárcavas y deslizamientos. (ECOSAF, 2016). La agroforestería existente en el sitio se experimenta principalmente con árboles frutales, con pocos cultivos. De hecho, debido al clima muy seco, los cultivos distintos de los árboles requerirían un riego regular y significativo, lo que va en contra del objetivo de esta estructura, que es el de ser lo más eficiente posible en cuanto a los recursos (Civel, 2019).
Los suelos de la comunidad de Combuyo del departamento de Cochabamba se encuentran en un proceso de desertificación por la práctica agrícola no sustentable (Bolaños, 2014). Debido a esto, los suelos en Combuyo presentan problemas de productividad y, a consecuencia de esto, las personas del lugar utilizan fertilizantes nitrogenados como la urea para fertilizar sus cultivos sin tener en cuenta los daños del excesivo uso de estos productos en el medio ambiente. Sin embargo, también son utilizados la gallinaza y fertilizantes de guano de vaca, oveja y llama a pesar de los costos elevados de estos productos (Sandoval,2019).
A este problema de disponibilidad de agua y a la pérdida de productividad se aplica el biocarbón en una parcela experimental como un producto alternativo más de los sistemas agroforestales buscando de esta manera una mayor eficiencia en el uso de los recursos existentes, porque el material orgánico para la elaboración del biocarbón proviene de la poda, raleo y limpieza necesaria en los sistemas agroforestales(SAF).
Además, las prácticas de agroforestería buscan incrementar la productividad a través de un uso eficiente del recurso suelo, permitiendo obtener al agricultor mejores rendimientos de los cultivos, mayor eficiencia en las interacciones entre componentes del sistema suelo – planta (Bolaños, 2014) y a través de los sistemas agroforestales dinámicos minimizar el uso del recurso agua.
El biocarbón, es carbón de origen vegetal producido por combustión de materia orgánica en condiciones de baja oxigenación, llamada pirolisis (Sohi et al. 2009). En el siglo XX, los científicos encontraron que los suelos más fértiles del mundo se encontraban en la Cuenca del Amazonas. Se sorprendieron al descubrir que este suelo, de increíble riqueza, conocido como ¨Terra Preta” o Tierra Negra, fue creado por las antiguas poblaciones del Amazonas, usando técnicas que permitían al suelo mantener la fertilidad a largo plazo por cientos de años. Los investigadores encontraron que el secreto de la fertilidad de esta tierra negra está dado por la diversidad de la vida microbiana y el material orgánico que pudieron incorporar en su suelo. Carbonizando la madera del lugar, este carbón, que hoy en día conocemos como biocarbón, fue devuelto al suelo, mejorando la biodiversidad del mismo y produciendo así la legendaria fertilidad de la “Terra Preta” encontrada en la cuenca Amazónica (Griffing, 2014).
Objetivo general
• Implementar una parcela agroforestal dinámica con aplicación de biocarbón en el predio experimental de “Mollesnejta”, aplicando técnicas e información obtenida en el lugar en los últimos 20 años; como prácticas alternativas con el fin de mejorar la producción, en base al uso eficiente de los recursos existentes en el lugar.
Objetivos específicos
• Evaluar los datos de prendimiento y crecimiento inicial de la especie primaria (Inga sp.) en la parcela implementada.
• Medir la biomasa adquirida en tres meses de evaluación de la especie primaria con la aplicación de biocarbón y su retención de humedad.

Un sábado y un domingo (día del peatón) trabajando juntos en la realización de hoyos y principalmente mostrando el compañerismo. (Estudiantes de la “ESFOR”)
Un sábado y un domingo (día del peatón) trabajando juntos en la realización de hoyos y principalmente mostrando el compañerismo. (Estudiantes de la “ESFOR”)

Posdata: Dentro de poco publicare más acerca de mi pasantía y de los inconvenientes tenidos en la implementación de la parcela.
Si desean saber más acerca del predio experimental “Mollesnejta “, no dude en visitar la página: https://mollesnejta.org/

Feuer: das Thema bleibt

11. Oktober 2019 by

Hallo allerseits! Hier meldet sich Johanna, die neue Praktikantin in Mollesnejta, Bolivien. Seit 1. August bin ich nun hier und meine ersten Tage waren gleich sehr spannend, da es in unmittelbarer Nähe einen großen Waldbrand gab, der zwei Tage und zwei Nächte lang andauerte. Seitdem ist bei uns in der Gegend zum Glück kein größeres Feuer mehr ausgebrochen, trotzdem beschäftigt uns Praktikanten und Praktikantinnen das Thema und es wird an unserem Küchentisch diskutiert.
[zur Info: der Beitrag wurde erstmals am 22. August 2019 veröffentlicht]

Laut Opinión, einer Zeitung aus Cochabamba, zerstörte der Waldbrand in den Bergen über Mollesnejta 112 Hektar. „Freiwillige Feuerwehrleute, unterstützt von Gemeindemitgliedern, benutzten Zweige und Tank-Rucksäcke, die normalerweise zum Ausbringen von Herbiziden verwendet werden, um das Feuer zu löschen.“ Dieselbe Zeitung schreibt, dass es im diesjährigen Winter bis jetzt dreimal mehr Brände gab als im Winter 2018. Laut Henry Acosta, Regionaldirektor der ATB (Autoridad de Fiscalización y Control Social de Bosques y Tierra, Behörde für Überwachung und Soziale Kontrolle von Wäldern und Land), sind diese jedoch alle illegal, da das Gesetz über kontrollierte Verbrennung im Department Cochabamba nicht gilt. Als Erklärung wird der „Chaqueo“ erwähnt. Damit wird eine gängige Praxis der bolivianischen Landwirtschaft bezeichnet, bei der die Felder abgebrannt werden um über die Asche kurzfristig mehr Nährstoffe zur Verfügung zu haben. Außerdem wird so das Feld oder auch der Wald geräumt, um dann wieder Neues anpflanzen zu können. Jedoch bringt dieses Vorgehen viele Nachteile mit sich: durch die Verbrennung wird Kohlenstoff freigesetzt, der nackte Boden ist erhöhter Erosionsgefahr ausgesetzt und die Nährstoffe aus der Asche sind nach kurzer Zeit aufgebraucht. Der Nachschub ist jedoch nicht sichergestellt, da die Biomasse fehlt, über die normalerweise Nährstoffe in den Boden gelangen. Darüber hinaus verschlechtert sich die Luftqualität und es besteht große Gefahr, dass der Chaqueo außer Kontrolle gerät und zu einem Waldbrand führt, was in letzter Zeit leider oft passiert ist. Die ABT reguliert die Chaqueos, jede Brandrodung muss von ihr genehmigt werden. „Aber in Cochabamba ist es nicht üblich, um Erlaubnis zu bitten. Es gibt keine solche Kultur“, sagt Acosta, der Regionaldirektor der ABT.

Waldbrand in den Bergen über Mollesnejta 1.-3. August 2019

Die Angst vor Feuer ist also hier vor allem während der Trockenzeit allgegenwärtig. Im Märzist der letzte Regen gefallen und es wird im besten Fall bis November dauern, bis die nächste Regenzeit beginnt. Haben wir Pech, kann es auch Dezember oder Jänner werden.

Aber nicht nur hier in Cochabamba sind Waldbrände derzeit Thema, auch in anderen Regionen Boliviens und weltweit gibt es momentan heftige Brände. Bestürzt haben wir beim Abendessen die Nachrichten über die Waldbrände im Regenwald Boliviens gelesen, die seit fast zwei Wochen wüten und schon 654.000 Hektar Wald und Weideland zerstört haben. Morgen soll ein Löschflugzeug ankommen und helfen, den Brand zu löschen, den mit Regen ist nicht zu rechnen. Und wieder werden die „Chaqueos“ als Auslöser genannt.

Schlimmer noch ist es in Brasilien, wo es derzeit im Amazonas Regenwald viele Waldbrände gibt, die sich auch nach Peru, Bolivien und Paraguay ausdehnen und worüber auch die internationalen Medien berichten.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Trockenheit durch die Klimakrise verschlimmert, ein Funken reicht dann, um einen Waldbrand auszulösen. Was kann man tun? Auch das haben wir am Küchentisch diskutiert. Wichtig ist, so glaube ich, dass der enorme Wert von Bäumen und Wäldern noch viel mehr Menschen verständlich gemacht werden muss, damit niemand mehr auf der trockenen Wiese oder im Wald ein Feuer entzündet.

Eigentlich sollte dieser Blogeintrag hier enden, doch während ich die letzten Zeilen schrieb, wurde ich von der Realität eingeholt: Ein Anruf erreichte Noemi, in den Bergen über uns, dort wo ein Teil des Trinkwasserreservoirs für Combuyo, unserem Dorf, liegt, wurde ein Feuer gesichtet. Wir hoffen also, dass kein starker Wind aufkommt und bleiben in Alarmbereitschaft…

schwarze, verbrannte Flecken bleiben…

PS: Da ihr in Zukunft noch öfter von mir lesen werdet, möchte ich mich kurz vorstellen. Ich heiße Johanna, bin 23 Jahre alt und komme aus einem Dorf im nördlichen Alpenvorland Österreichs. Vor ein paar Monaten habe ich meinen Bachelor in Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur in Wien abgeschlossen. Bevor ich mit einem Master beginnen werde, wollte ich aber noch ein bisschen Praxiserfahrung sammeln. Mein Interesse gilt der nachhaltigen Landwirtschaft, Internationaler Entwicklungszusammenarbeit und allen möglichen Projekten, Strategien und Ideen, die versuchen, die Klimakrise zu stoppen. Da ich vor meinem Studium schon ein Jahr in Ecuador als Volontärin in einem Sozialprojekt für benachteiligte Kinder und Jugendliche verbracht habe, zog es mich wieder nach Südamerika. Glücklicherweise fiel mir eines Tages auf der Uni ein Zettel mit der Ausschreibung für ein Agroforst-Praktikum in Bolivien auf  – und so bin ich nun in Mollesnejta gelandet und werde die kommenden 10 Monate hier leben, arbeiten und lernen und euch auch immer wieder daran teilhaben lassen.

Mehr Infos über Mollesnejta gibt es hier: www.mollesnejta.org
Und auch auf Facebook: https://www.facebook.com/mollesnejta/

Baumfreundschaften in Mollesnejta

26. Januar 2019 by

So, hier noch ein kleiner Bericht zu meiner Arbeit in Mollesnejta.

Mich hat schon immer das Thema Pflanzenkommunikation interessiert, was Bäumchen und Blümchen so untereinander quatschen: über Nährstoffe in ihrer Gegend, vorbeiziehende Fressfeinde oder auch über deutsche Praktikanten, die wieder an ihren Ästen herumgeschnitten haben. Dieses Interesse konnte ich in Mollesnejta sehr gut mit meiner Arbeit kombinieren. Da im dynamischen Agroforst alle Bäume sehr eng bei einander stehen, beeinflussen sie stetig. Vor allem im Wachstum! Manche Bäume verstehen sich nämlich super, sodass sich ihre Baumkronen ohne Probleme vereinigen, sich praktisch umarmen und symbiotisch wachsen. Andere aber verstehen sich wohl nicht so gut, sodass der kleinere Baum nicht durch die Krone des älteren Baumes wachsen kann/darf und ausweichen muss, damit er noch etwas Licht abbekommt. Dann gibt es aber noch eine dritte Kategorie, wenn sich die Bäume bedingt verstehen. Das Wachstum eines Baumes hängt ja nicht nur von seiner Gesellschaft ab, sondern auch von ganz vielen anderen Faktoren wie beispielsweise dem Zugang zu Wasser und Licht oder, ob sehr viel Wind weht. Dementsprechend kam ich manchmal auch zu sehr widersprüchlichen Ergebnissen, wenn ich versucht habe die Beziehung zweier Bäume festzuhalten.

Konkret hat sich meine Arbeit dann so gestaltet, dass ich auf den 16ha in Mollesnejta herumgelaufen bin und Bäume angeschaut habe. Klingt erstmal nicht so spannend, aber wenn man eben genau hinsieht, entdeckt man die vielen Beziehungen, die zwischen den über 90 Baumarten in Mollesnejta herrschen und kommt aus dem Notizen machen gar nicht mehr heraus. Ein peruanischer Pfefferbaum weicht mal hier, versteht sich dann aber wieder gut mit einem anderen Nachbarn. Es ist kein Baum wie der andere und bei über 8.100 möglichen Beziehungen war ich immer gut beschäftigt. Jetzt stellt sich aber die Frage „Für was ist das überhaupt wichtig? – Die Bäume wachsen ja trotzdem.“. Naja, wir möchten zum einen, dass die Bäume gut und harmonisch wachsen, damit wir ein stabiles Ökosystem kreieren. Zum anderen wachsen hier auch ganz viele Nutzbäume, für Obst und Holz. Dementsprechend muss garantiert werden, dass die Esche zum Beispiel gerade wächst, um später hochwertiges Holz zu liefern oder, dass der Pfirsichbaum genug Platz hat, um seine Krone auszubreiten und viele Früchte tragen kann. Deswegen laufe ich immer mit einer Astschere und einer Säge herum, denn wenn ich erste Anzeichen sehe, wie ein Nutzbaum vor einem Begleitbaum weicht, dann schneide ich den Begleitbaum zurück, „befreie“ damit praktisch den Nutzbaum, kann die abgeschnittene Biomasse als Mulch um den Baum herumlegen und unterstütze letztlich das Wachstum doppelt.

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Um das ganze etwas besser zu verstehen, könnt ihr euch einmal das Bild hier ansehen. Links steht ein kleiner Carawancara. Rechts daneben thront ein großer Pfefferbaum, hier Molle genannt. Zunächst wächst der kleine Baum gerade, biegt sich aber dann schon fast horizontal vom Molle weg. Als wolle er unter keinen Umständen der Krone des Molles zu nahekommen. Man könnte sagen, dass oben eigentlich noch genug Platz wäre, um etwas mehr zu wachsen, aber wenn man genau hinsieht, gibt es eine breite Wunde am Stamm des Molles, die darauf hinweist, dass es einen Zweig gab, der direkt über dem Carawancara gewachsen ist. Und genau vor diesem Ast (den ich dann kurz vor dem Schnappschuss entfernt habe) ist der Carawancara gewichen. Die Schlussfolgerung wäre, dass die beiden sich wohl nicht leiden können und nicht beieinander gepflanzt werden sollten. Aber das stimmt nicht ganz: Der Carawancara ist eine vom Aussterben bedrohte Spezies, die nicht von Hand ausgesät werden kann. Das Keimen erfolgt nur auf natürliche Weise, was die Verbreitung natürlich sehr schwierig macht. Mit der Zeit habe ich bemerkt, dass die meisten Carawancara-Bäume direkt neben einem Molle-Baum keimten, manchmal weniger als 20 cm vom Stamm entfernt. Das legt nahe, dass die unterirdische Umgebung eines Molles mit seinen Mikroorganismen das Wachstum des Carawancara-Samens begünstigt. Es scheint, als ob er den Molle braucht, um überhaupt leben zu können. Daraus kann geschlossen werden, dass die bedrohte Art vom Molle abhängig ist, aber seine Krone kann nicht in Harmonie mit der Krone des Molles stehen und gedeihen. Als sehr seltene Art hat der Carawancara einen höheren Wert und sein Überleben ist entscheidend für den Artenschutz. Daher musste der Molle zurückgeschnitten werden, um den Stress für den Carawancara zu reduzieren und ein natürliches Wachstumsverhalten zu gewährleisten. Aufgrund dieser komplexen Beziehung gehört diese Baumkombination zur dritten Kategorie, die nur unter bestimmten Bedingungen miteinander auskommt.

So viel zu meiner Arbeit, und jetzt ist sie leider auch schon wieder vorbei… Gestern war mein letzter Arbeitstag und jetzt werde ich Südamerika noch etwas weiter entdecken bevor es wieder nach Deutschland geht. Ich bin unglaublich dankbar für die schöne Zeit in Mollesnejta. Ich werde mit so viel mehr Wissen, Erfahrungen und guten Erinnerungen wieder nach Hause kommen. Bolivien ist auf alle Fälle ein schönes Reiseland und zum Beispiel das Salar de Uyuni war atemberaubend (hier der Link zum Reisebericht auf der Mollesnjeta-Homepage: https://mollesnejta.org/1677-2/ ), aber ich denke, dass Mollesnejta trotzdem mein Lieblingsort ist und den werde ich auch sicher nie vergessen.

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PS: Wer noch mehr über Mollesnejta wissen will, kann hier gerne die Berichte anderer Freiwilliger und Praktikanten lesen, die zeitgleich mit mir in Mollesnejta unterwegs waren.

Henning und Rika aus Deutschland: https://mollesnejta.org/zwei-vom-ganz-anderen-fach/

Angie aus der Schweiz: https://mollesnejta.org/als-volunteer-in-mollesnejta/

Einführung in den dynamischen Agroforst

14. Januar 2019 by

Lange ist es her, dass ich mich zu Wort gemeldet habe. Durch den Wechsel nach Mollesnejta kam ganz viel neuer Trubel mit sich und die in Bolivien passiert ja sowieso immer wieder etwas neues. Nun bin ich doch schon 2 Monate hier und es gefällt mir sehr geht. Viel Natur, viele Bäume und freundliche andere Praktikanten, mit denen man abends noch gerne zusammen in der Küche sitzt.

Aber was machen wir in Mollesnejta eigentlich? Es gibt immer was zu tun, das ist sicher und es ist sehr abwechslungsreich. Wir pflanzen Bäume, legen neue Agroforstparzellen an oder stellen Kohle zum Füllen der Pflanzlöcher her. Es macht wirklich Spaß und es herscht immer angenehmes Arbeitsklima, auch wenn samstags arbeiten nicht jedermanns Wunschvorstellung ist. Aber was mich am meisten hier freut ist, dass ich sehr viel lerne. Noemi, die Leiterin von Mollesnejta, erzählt gerne aus dem Leben und der Natur in Bolivien. Wie man ein Pflänzchen glücklich macht, den Boden besser bewirtschaftet und Bäume richtig schneidet ohne sie dabei zu verletzen. Die letzte große Lektion war die Einführung in den dynamischen Agroforst. Was genau das ist, findet ihr in dem Text gleich hier unten. Viel Spaß beim Lesen!

PS: Ein eigenes Projekt habe ich auch, das von Pflanzenkommunikation in Agroforstsystemen handelt. Ich komme sehr gut voran und finde das Thema wahnsinnig spannend. Ein Beitrag dazu wie genau meine Arbeit da aussieht, folg bald noch. Viel Zeit bleibt mir in Bolivien nämlich auch nicht mehr…

Nun zum dynamischen Agroforst:

Agroforst ist ja schon ein bekanntes Modell: Es ist die Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Forstwirtschaft, die einjährige Kulturen wie Getreide, Kartoffeln oder Gemüse mit  Baumarten für Obst oder Holzgewinnung in einer Parzelle vereint. Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Wann ist der Agroforst „dynamisch“? Bei dem Begriff stellt man sich vor, dass etwas in Bewegung ist, dass sich etwas stetig verändert. Beim dynamischen Agroforst wird durch hohe Artenvielfalt und eine dichte Bepflanzung die sich ständig verändernde Natur und die natürliche Nachfolge der Pflanzenvegetation nachgeahmt. Es fängt mit kleinen Pflänzchen and und endet mit großen, prächtigen Bäumen. Das Konzept, mit den Gegebenheiten der Natur zu arbeiten anstatt sie zu kontrollieren, gilt stets als nachhaltig und wird auch von den Prinzipien der Permakultur unterstützt. Wie man nun ein dynamisches Agroforstsystem implementiert, soll am folgenden Beispiel, der Erstellung eines „Ruedo“ (zu dt.: Rad oder Kreisel) erläutert werden:

Bei steinigem Boden wird ein kreisförmiges Loch von circa 1m Tiefe und 1m Durchmesser ausgehoben. Dieses wird mit Erde, Schafsdung und aktivierter Kohle (selbst hergestellte Kohle, die mit Urin gelöscht wurde und somit als Nährstoffträger dient) befüllt.

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Danach gilt es zu entscheiden welche Pflanzen in das Ruedo gesetzt werden sollen. Dazu ist es wichtig die Standortbedingungen zu kennen: Einflussfaktoren wie Wind, Sonne und Schatten, Kälte und umgebende Baumarten müssen beachtet werden.

Um der natürlichen Pflanzenfolge gerecht zu werden, müssen Arten mit unterschiedlicher Lebensdauer in das Ruedo, die in verschiedene Kategorien eingeteilt sind:

  • Pionierart: wird bis zu einem Jahr alt
  • Sekundärart 1: wird bis zu zwei Jahre alt
  • Sekundärart 2: wird bis zu 20 Jahre alt
  • Sekundärart 3: wird bis zu 100 Jahre alt
  • Primärart: wird über 100 Jahre alt und ist ökonomisch gesehen die wichtigste Art im Konsortium

In unserem Beispiel ist die Primärart eine Chirimoya (Annona cherimola). Diese wird vorsichtig in die Mitte des Ruedos gesetzt.

Pionierarten wären beispielsweise Blumen auf die wir hier aber verzichtet haben, zumal die anderen Kategorien gut vertreten und bereits alle Jungpflanzen sind. Die Sekundärarten werden in gleichmäßigem Abstand am Rand des Ruedos um die Chirimoya gepflanzt. Bei der Auswahl der Arten ist es nicht nur wichtig die natürliche Reihenfolge und die Kategorien zu beachten, sondern auch, dass die Sekundärarten einander helfen und beschützen, damit die Chirimoya mit den anderen Arten optimal wachsen kann.

Deshalb befinden sich in unserem Beispiel eine Fetthenne (als wasserspeichernder Helfer), eine Geranie (die abstoßend für Insekten und Nematoden wirkt sowie den Boden bedeckt), eine Art der Kürbisgewächse sowie Neuseeland-Spinat (Bodendecker und Gemüse), und weitere Bodendecker, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

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Nebenan ist ein weiteres, kleines Loch befüllt worden, in dem ein „Mora de àrbol“ (zu dt.: Seidenraupenbaum) als Begleitart gepflanzt wurde. Diese Art dient hauptsächlich als Unterstützung für die Chirimoya, indem ihre Äste regemäßig zurückgeschnitten und als Mulch um die Primärart gelegt werden. Die Begleitart kann aber theoretisch auch im Ruedo stehen. Mit solch einer Kombination ist das Ruedo gegen verschiedenste Umwelteinflüsse gewappnet und kann ohne Störung gedeihen.

Zum Schluss wird das Ruedo gut gegossen, damit der Boden erstmal gesättigt ist und die Arten sich leicht an die neue Umgebung gewöhnen können. Die Bodendecker sind zu Beginn noch sehr klein, weswegen Gras und Sägemehl im Ruedo als Ersatz verteilt werden. Dadurch verdunstet weniger Wasser und der Boden bleibt länger feucht.

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Somit wäre das Ruedo komplett und nach einiger Zeit hat man ein dynamisches Agroforstsystem.

I take it all!

20. Dezember 2018 by

I take it all in.

I take all those vibrant colours that have unfolded in front of me. I take the combination of patterns carried from the extravagant dresses. The amber sandy-soil contrasting the blonde hay-yellow dried up vegetation and the remaining bright greens refusing to surrender to the weathers desire and the sun’s power. The lime-to-chartreuse chameleon walking between the leafs of the Bissap plant, changing his vivid green tones to make us belief he is just another leaf, an extension of the branch. I take all the sunrises and sunsets; the colours that danced to the wind. The pastel tones and the neon brights. How the shapes of the clouds were sculptured by the blow of the wind. How like a hollow cotton filament, they absorbed the different colours that the sun-rays offered to share, and how these dyes were passed on from cloud to cloud until these last eventually vanished as well. How the shades in the sky swayed in harmony to the melody of the breeze and bowed as a sign of courtesy as the sun made its way to the horizon’s end. Never the same show. Always a different broadcast of colours improvising a performance by the impulse of the moment, giving its spectators a different feeling every time. I take with me how the light of the first sun rays announcing the arrival of the sun, turned the black into a first dark denim and then light blue sky changing within seconds the navy indigo admiral coats. And from there melting and mingling into a fuzzy line of softer shades of yellow and orange and green. And then, how all of the sudden some neon fuscia and flaming tangarine were reflected on the clouds by the first rays taking a head start to announce the majestic entrance of the sun; the moment we are all waiting for. How all around seemed still, expecting the grand appearance of that sphere that gives life to Earth. How as the light of the sky pushes the darkness away, the glimmering of the stars starts to fade away, until puff, they were gone. The excitement of that very first burning crimson glimpse, the intensity of the sun coming up and peeking from behind the horizon.  That fiery orange circular sphere, with a vivid bumblebee yellow strap in the middle comes up within less than 3 minutes, to remind us how fast the planet turns. And how you can still stare at if for a few minutes before it unleashes its rays and blinds you away. I take the caress of the first sun ray gently touching my skin.  How that thin golden fabric passed tenderly over the entire valley awakening softly those who were still asleep. I’ll take the glare of the stars looking down at me, and how the more I stared at them, they appeared to be making pirouettes, giving me the visual illusion that they were moving around. I even had the impression more than once that one winked back at me. I take in the thousands of hundreds white butterflies feeling the air. I take the blue sky and the ocean mirroring it, reflecting the same colour back to the universe and fooling the observer by creating a blurry line in the horizon puzzling us onto where the ocean limits ends and the sky begins. Or the sea surface making its own interpretation of the colours, blinded by the UV-lights, and playing with the wide spectrum from the colour prism, deciding to wear turquoise and sapphire, or peacock, and Aegean, passing by emerald jade tones. Changing to whatever  suited him best, according to his mood at the different time of the day.

I’ll take the sounds. The roar of the waves and the clashing into the rocks, the rattlesnake sound of the wind passing through the dry leafs still hanging in the trees, the whisper of the air-stream pushing the sandy dust away. I take the pounding djembé and its vibrations feeling up my lungs. How the hammering corrected the beat of my pulsations until my cardiac rhythm adjusted to its pace.  The sound of Bana’s laughter; the grumble of my ventilator throwing 35° C air at me vociferously, trying to trick me into thinking that his job is supposed to cool me down. I’ll hear the sound of the gooses until late at night, forbidding me to fall asleep before they do. I take in the quicking of the birds; four or five melodies can be heard at once, as the morning glory arrives. The crispy of the too dry vegetation and the crunchy sound of the red rocky crumbly dried up soil under my feet as I walked through the small trails taking me to the now naked Baobab tree, which seems to greet me with his branches always wide open. I take with me Dakar’s flamboyant streets, the never ending traffic clatters, speakers out loud reaching too-high-pitch-decibels to which my ears have a hard time getting used to. I take the moan of the daily love-making session of the happiest turtle couple. I take the Koranic chants from the Mosques, the Gamou and the taxi radios and the ringtones. The raucous night crawl of the lizards on the palm roof and the mice playing in Almut’s book shelve. The gobbling frying oil, bubbling and crisping anything that dared to dive in it. I take in the piercing ring that stayed in my ears long after dancing to the last song played at the Phare de Mamelles. I take the annoying buzzing of the mosquito that got tangled into my mosquito net leading to restless nights, and the cry of the goats sounding like little babies screaming in despair. I take the music at the Baptism and during the taxi drives. The sound of neck crack when Bernard fix it, and my uncontrollable laughter afterwards. The conversations that kept on turning the volume higher and higher and stopping right before it became shouting— just to be heard, to find their place within the general decorum. I take with me the sound of Wolof which I was not able to master. I take whole heartedly the thrown at me “Namunalas”.

I take the smells. The smell of the just made mint tea. The scent of the Jasmin-like aroma that welcomed me on my first night, as we were driving through a dark road from the airport to what would be my house for the coming months. The perfume of the salty ocean. The stink of trash that turned my stomach upside down driving by the Corniche late at night. The smell of the just fried baigné from Abata. The fragrance of the disinfectant after I just finished cleaning my room. The smell of oil that gripped to my skin and cloths and followed me all over after long hours helping Abata with her fatayas. The fresh scent from my soap after I finished showering. I take the smell of frying fish, of the wet soil after a hard rain, of the popular peanuts found on every table, of the steamed rice. I take the smell of the red Moroccan wine at the Phare des Mamelles during those windy nights, the aroma from the Café Touba. I take the intoxicating smell of cigarettes feeling up my lungs -no one seems to notice that from now and then it is good to swallow some “fresh air”. I take the heavy air, finding it hard to go through the thin tunnels of my respiratory system from Dakar’s pollution. I take the smell of the old dusty, self-patched up taxis who have been given a fifth, sixth, seventh life, carrying that unpleasant odour caused from the accumulation of humidity and experiences from the previous lives; each taxi (ride) was a different journey.  I take the “pacholi” fragrance making me dizzy. The whiff that awaited for me behind my house’s door after work,  the smells left behind in the garage that had become the arena, the playing ground of the Ostriches and gooses from the house owner.  I take the aroma of that mid-night croissant from la Brioche Dorée. I take the smell of the alcohol gel in my hands and the sweaty smell of others, of myself from a hot day. I take the stinky smell from the gym who lacked aeration, scrubbing and washing, who appeared to never have seen a broom. I take the penetrating smell of the mosquito repellent, that I inhaled one too many times. The smell of the oil used by Aissas during the massage, how it made me doze and enter this not asleep yet not awaken, conscious sate.

I take the too often itchy sensation left after the long queue of flirty mosquitoes came to kiss my skin over and over again. I take the spiky feeling in my legs after walking through a field, where the haham clung onto my pants. I’ll take the tingling in my feet from the sand that found its way through my shoes and followed me the entire day. I’ll take the cold wind that without permission trespassed the boundaries of my cloths and made its way to my bones at the top of Le Phare des Mamelle.  And the hot dry air from Toubab Dialaw that brushed my skin, and tried to persuade with its whisper as it made its way through the minuscule cracks of the now desiccated first layer of my epidermis, to change skins just as the snakes do. I take the oily feeling in my lips after eating a tieboudiene, a gombo sauce, a fataya. I take the sandy sensation in my teeth, as I bit into a delicious millet bread. I take in the drops of sweat tickling me, slowly making its way down my arms, as I tried to work. The feeling of numbness the first days caused by the heat to which my body was not yet used to. The feeling I have been knocked out by the heat wave. The heavy stomach after I ate something my body refused to assimilate. Or the battlefield in my digestive system as it tried to fight back the arrival of the new army of bacteria to which my body’s ecosystem had no prepared antibodies. I will take the blood shed on the second class, when my too fragile skin lost the battle against the hard leather skin of my drum, and the aching of my index finger turning at the conjunction red lila then purple blue, after beating the corners of the djembé to pull the sound off. I take the short spike under the sole of my foot when I stepped barefoot over a haham and whose thorn broke through my skin. The sandy soil warming up as the sun irradiated more intensely over the ground heating the sole of my shoes. I take the rough scratchy thin rug that left my elbows red and irritated, from the gym class, a rug that had received liters of sweat, and who had been stepped by all the dirty shoes and no one ever had taken the time or consideration to clean. That rug withheld an ecosystem on its own. I take the texture of the hollow volcanic rocks, and the smooth but uneven bumpy surface of the Baobab tree.

I embrace the feeling of happiness and relieve I felt every Friday as I saw the Phare. The symbolism and romantic connotations of a lighthouse appeared to work its magic on me. I squeeze in the feeling when I danced into the night, looking at the moon wearing that silver gown. That feeling of the last wave I took on the first surf class; freedom. I take the feeling of the last surf day, where I was able to smoothly surf every wave, almost effortlessly.  But then leaving all my energy and strength as I swam to get back before the breaking line. The feeling of being underwater and having no choice but to surrender to the waves force. Those big waves that turned into a spinning washing machine and made me turn and swirl. And that feeling during those the long minutes, calmly waiting for a wave to come, having nothing but the immensity of the horizon in front of me, serenity, genuine happiness. I will take in the welcoming and friendly faces, the amazing hospitality (Senegal the land of Taranga). I take in all wholeheartedly the humanity and human warmth the Senegalese have shared with me. I hold onto the wide open spirituality and understanding of going beyond the limits of religion felt in these grounds. I take in the kindness and generosity. I take in that exited and enthusiasm I felt in my djembé classes, when after trying and trying, and feeling frustrated at times but persevering, I could finally play the beats. How I felt one with the sound, once I was able to do it. How I had to focus to not think on the sound, looking at the buildings. How I needed to prove my teacher he was wrong, I could do it, and that anger gave me that „push“ to play better. This has been probably the most challenging thing I have done in quite some time. It is an amazing feeling to see how once the sounds get registered in the cellular memory, it plays by itself. I take that sensation of tranquillity influenced by the meditation and the spread of energies from the group dynamic that came with it during the meditation retreat. I take the sequels of that retreat that followed me during the next days as I gazed at the stars laying on the red mattress I used to cover the rough rocky grounds behind my room, where no artificial light could obtrude the elegant glim of the starts, or at least gave me that impression. And the genuine happiness and calmness that the sunrises offered me, wishing that every being feeling the subtle sunrays would be filled with love. I take that fidgety feeling of mine, wanting to snap all the „meditators“ out of their meditation, because they were missing out on a beautiful spectacle. I wanted to shout at them “hey open your eyes, look up what you are about to miss”, but having to keep on the 18H silence agreement, and convincing myself that we all meditate and find that peacefulness in different ways. And finally settling down, and enjoying the over all splendour of the scene: the sun rising and about 10 people sitting in that mediation position all around between bushes, on rocks, against the baobab; all looking calm and at ease, with a discrete smile traced on their faces. I take that happy-nostalgic feeling of the last night dancing at the Phare where the “trashy-commercial” music metamorphosed into an sophisticated and innovative mixture of tunes, notes, rhythms which were orchestrated by the refined combination of the beats of the djembé and the melodies of the Sax as the dj mixed his songs. A majestic creation. That feeling of enjoying the moment, of not wanting the night to end, of knowing it eventually would, so you had to enjoy every second to its highest degree of intensity. I take in the serenity look on peoples faces during the meditation weekend. I take in that nice feeling, of having had the chance to say some beautiful goodbyes that settled the anxiousness or uneasiness that always comes with farewells. A nice closure.

I take in the tastes. The newly found love for ditach, the acid and delicious tamarind sauce, the stinging of the sometimes overdoses of hot pepper on the plate. The refreshing lemon squeeze on my food or minty tang from the nana added to my water during the filed working days. The bissap-green sauce adding flavour and texture to the rice, the too sweet red-bissap juice. The ginger-juice love at first sight and the tingle it left on my tongue and throat. The taste of the salty water in my mouth from the ocean. I take that bitter and honey taste from this date-looking fruit that I ate on our way back to Thiès after Tivouaone. I take the taste of the baobab seed pain de seinge, of the moringa on my porridge in the morning. The taste of the different oat meals I made, and how happy I was to eat something my body recognized and assimilated well. How incredibly grateful I was to Richy who had brought me in all those goodies for my beloved breakfast that I could not give up, and then from Marlis. A wonderful start into my day. I take in my repeated simple 2 -ingredient meals, all what I could do in my “magic pot”.  I take the knife’s effortless and nonchalant indifference to slice in half the tender- butter-like texture of the carrot, eggplant, navé, cabbage, or any vegetable for that matter; that had been swimming for hours in the sauce, and whose structure had been so softened and whose fibres had been so broken down, that vitamins could no longer find any grip to hold on to. They had given up and had all been dissolved by the too hot, too long, bubbly bath. And just as we cream our body after taking a bath, the vegetables all underwent an extra special coverture of reddish palm oil, just in case the (literally) 3 cups of oil put in the sauce was not enough. The vegetables painlessly melted as they entered the first doors of the digestive system, forbidden to present themselves to the gustative palates buds in our mouths. The only way to tell them apart was not from their now homogenized taste, but by the visual shape –and at times colour— they were allowed to keep to conserve somewhat their identity. The only one to rebel was the “bitter eggplant” refusing to surrender completely to the bubbly bath and keeping tight its bitter components, to stand out; only to find itself standing alone at the end of the meal. It seems no one likes this taste here, but they can’t help but add it on every meal, perhaps scared to make him feel left out from the fun in the vegetable Jacuzzi. The trained manioc who had certainly being doing push ups undergrown tried as well to stand out by its somewhat fit texture. And most of the times although weakened, maintained its muscled fibres and expected to receive a longer tooth massage than its previous colleagues. I take the syrup-high–sugar-concentration mint tea, that had a hard time slimming its way down my throat. I take the delicious aroma of the naturally sweetened honey taste of the kinkéliba leaf tea.

I take the smile of the nurse that looked after me in the hospital. And the goofy comments of one of the doctors trying to make me laugh. I take the hugs and kisses from Bana, the morning handshakes with my colleagues, the image of Abata making her fatayas with lots of energy and intention. I take the white smile of mon petit Solei. Idi’s friendly face running towards me to jump into my open arms waiting to hug him and lift him up. Like a recording, I will play the video of my Gym classes in my head, in particular the first one. The first impression, feeling intimidated and pushing my chest high to overcome that feeling and pretend only to myself that I was part of this group. Specially after receiving the comment: “je crois que tu es perdu” as soon as I stepped in the CENAPS (sports center) grounds. I, surrounded by huge muscular gorillas, feeling like a tiny white fly thinking to myself: “oh may, I don’t know if Ill be able to keep up with them”. To my surprise, the training was doing aerobics. I will take the shouting, the intensity of all of the counting, as if we were at a military training camp and the seriousness with which it was taken. And how despite their fit appearance, some could not make it the whole way to the end of the training. The surplus in muscle was lacking in condition. At some point, I could not help but laugh, at how amazing this moment was. I cherish and never want to forget this mental video. I take in all heartedly the smiles and laughter shared with the SOS athletes, our non-verbal communication and signs of affection.  I take in the “Costa Rica, Costarita, Cos, Cosmos, Cosmetik, Ginar” nicknames I was given. I take in Drummer’s white and bright smile piercing through the dark sky, illuminating the dance floor and feeling the air with his djembé-produced sonic waves that made every one dance. Literally, his smile was all you could see from his face. I take the image of the monkey that came to watch me take my breakfast.  I take the strip of images of the first impressions as I walked down the plane. I never want to forget how I felt on those first moments. Getting off the plane. Not knowing who/what to expect. Getting on the pick-up truck. Looking out the window. Within 10 mins of the drive, a big truck with a Ferrari-complex, breaks our pick-up’s side mirror. Not even noticing what had happened, he kept on racing way too fast for its design and for these white sandy no light roads, as he finally made a corner and diapered into the night. The moment the car stopped in front of my house-to-be for the coming months. That feeling of: ok, this is it! The first impression of Abou. Of my room. I take the the uncountable different experiences from the taxi drives and the sept-places: the friendly, the old, the interviewer, the tamaxarit, the one that made a bus drive out of the taxi ride picking up people along the way, the one with thumbtack to hold the roof, the one with what seemed bullet wholes all over the taxi for extra ventilation, the one that wanted to charge extra because he had AC, the drive where the 7-places became a 9-places sardine cane, the flirt could not miss, the one that wanted to save the toll-money and whose alternative road had been closed took us for a 3 hour ride looking to avoid the tools, the one that took me down at another stop, the ride with the dentist who offered me mandarins to thank me for carrying his huge luggage all the way to Dakar, the 7-places with the comedian, the one where I felt asleep on the woman’s shoulder, the one where the taxi owner ignored the cars cough and kept on abusing his power over the engine, until the car gave a last cough and refused to make an extra step, the one where the 7-places was hiding from the police and to keep its undercover took an alternative route through a small sandy dusty road in the middle of nowhere… every ride was a different adventure. I take the cartoon-like image of the silhouette of a small children running in the beach at dawn, with the waves clashing behind his back. I take the lizard’s up and down head movement as I played the djembé, where my hands seem to play on their own and all I could do was focus on that small being. Several times I had to stop, I couldn’t help but laugh at loud. It was amazing! I take in the peaceful looking face of the blonde-vivid-blue-eyed-with-nervous-expressions-woman while she was meditating. All of the sudden she had a subtle and delicate smile drawn upon her face. The jitters from her demeanor and shaky voice had vanished away. She seemed at ease, serene, present. The sunset light coming from a diagonal was carving the outline of her entire silhouette with soft yet shinny yellow tenors. She seemed enlightened in the most literal use of the word. I was obviously not able to meditate, but that image filled me with all the peacefulness that meditation was not able to achieve. So I keep that.

I take all the faces, Abou-du-telephone, Papis, Mour, Adamah, Edou tuti kin, Sally, Rocaya, Faby, Abila, El Hage, El Hage Jr, Dominique, Isham, Diana, Wil, the thin-long“Dancer” waiter, the smiley waitress, Marcus, Bachir, Memo, the regulars at the musician’s table, the french military, the martinican dancing goddess, my working collegues: Ndao, Pa jao, Gay, Fatim, Nabu, Rugy, Sherbs, Simeeeeaon, Clement, Mati, Amina, Moussa, Noel, Oussman, Masayer, Fai, Mariama, Malik, Max, Abou Bibeye, Dado, Ousmann, Assane, Djibril. all the members of the Gueye Family Ouseinu Aztou, Nar, Mimi, Abata, Binetta, Tintin, Sofia, Nefy Malik, Ciaba, Bana-Chacala, Soho la petite-danseuse, Balay. Aztou, Idi, Abou Nanas older brother and mother, my friend from the boutique, my trainer, and the gyms “owner”, the SOS team, the face of Azdous mother… all those faces I saw, all those shinny smiles or intensity in their eyes, the ones that were part and helped me create this unforgettable experience…

I’ll remember the amazing, the breath-taking, the astonishment, the surprising, the good and the not too good, the overwhelming, the frustrations, the irritations, the desperation, the feeling I could burst into a tantrum in any second and holding it all back, the uneasy and the challenges, when my heart made back-flips, when my stomach curled, when my spinal cord seemed to receive electric shots. They are part of the experience. Sensations, reminds that we are not robots, that we are a life. Moments where I had to face myself and my limits. And do it again. And again. Where I grew. Where I learned. Where I defied myself. The moments I thought I would snap, the short-lived but intense grumpy moments that flooded my body and made my blood boil. The laugh and let go. The acceptance I had no control. The day I was caught in the hasty magical trick where the streets of Thiès mutated into newly formed rivers, as I was making my way home. I got caught under the pouring rain and before I could count to 10, I was soaking wet, as if I had dived into a pool. I broke into laughter watching at myself and the scenario. The first goofy laughter quickly turned into a frantic one at the realization of the sensations I was feeling under my flip-flop-bare-feet all the way to my knees. The sandy gooey mud-tawny-colored water, making no discrimination and carrying along all the different types of artifacts it found across its way, all the plastic, organic material, and God know what. My hysterical feeling of wanting to escape, to tele-transported elsewhere but knowing I still had 500mts to go before I could reach home. The smell of eau de javel, and the frictional weird sensation left after washing my feet with it.  I will remember the sleepless nights of the first days, where I could not wait for the morning to knock on my door and be able to get out of that twitchy bed, that felt itchy from head to tow, where the mosquitoes did a feasting out of my blood and the heat kept on getting under my skin. I will remember the dismay at the amount of food that gets wasted, a whole plate that could have fed another 8 people, just like in Asia, by over adding rice or noodles, in quantities no one could eat. Food waste like in the rest of the world I guess. I will remember my heart aching at the sight of trash everywhere, anywhere, specially on the beach that seemed to have become a trash deposit. And somewhere a small silver lightning, that little spark of faith that at least someone has a little consciousness left, when I saw one of the local surf teachers trying to collect the overwhelming amount of plastic bags swimming around us. That uneasy feeling of swimming between plastic, perturbed me and made me want to get out. The repugnant smell of oil spread on the ocean’s surface. The difference in perception of hygiene with which I had a really hard time to cope with. And I am still not used. I will remember the realization that we work in different wavelengths, the difference in expectations, in deliverables… Understanding how the inputs we were exposed to growing up influences the ways in which we react, the attitudes we project. I will remember now looking back, and finally be able to laugh at my self, at how frustrated and grumpy I felt after hand-cleaning all my towels and bed sheets, to have them taken down from the drying line by the goose— who together with the chickens— decided to make a prank by stepping and pooping all over it.  I did not find amusing at all! Just to have to breath in and out, and clean them once again. I will remember how I wanted to jump out of my body when we were trying to meditate, my anxious and fast-forward inner tempus cannot cope to well with sitting static for more than a few minutes. How this made me reflect upon myself and why perhaps, this is part of the reason I had a hard time adjusting to the rhythm of this internship. I will remember the unpleasant encounter with some men. I will remember the not so good moments, because in many ways they are lessons, about myself, about where my limits are, about being resourceful, about understanding, about tolerance, about gratefulness, about adaptation, about how one comes all self confident -even overconfident at times- and at times curls back into a baby’s pose and wishes’ to be back into one’s mothers arms. How to step out of those moments. About how I react and respond to certain things, about understanding what shapes other people, about reflecting on societies, on attitudes, on values, on cultures and languages and their role in shaping people. This experience made me think, reflect and question everything I encountered. Life has been in charged of showing me a different face, a different angle to things I held as truths.  To shut me up and make me swallow my words once more. Or to back up some of my personal beliefs and convictions, and proved me I was not that wrong. There are no good or bad experiences, there are just experiences to learn from. So I take it all in! I take the amazing to fill my soul, and remember the lessons to make me grow.

All in all, it has been an amazing, vibrant, colourful cultural exchange. I do not want to forget anything. Not the marvelous parts nor the not so good parts. I want to remember it all. I thank Agrecol e.V. and Agrecol Afrique, particularly to Matthias, Assane and Djibril who gave me the opportunity to come, and who created the conditions and gave me the scenario for me to improvise with my scripts; the stage for me to perform on its grounds. Special thanks to Abou for showing me around, and Abou Bibeye from Sahel Vert for being such a great host and allowing me to come to Toubab Dialaw. Another big thanks to my incredible djembé teacher whose classes I was always excitedly and with a children’s enthusiasm looking forward to. And who offered me his friendship. And a big thanks to my Senegalese family: the Gueye family, who took care of me when I was ill, whose doors were always opened, who treated me and made me feel part of the family, like another Gueye sister, who I have dearly come to love. My heart is filled with colourful moments, mental pictures, sensations, tastes, textures, smells, sounds, faces. It has renewed my convictions to try to make this world a better one, within the extend I can reach, because we live in a beautiful planet called Earth filled with extraordinary people. I leave Senegal with renewed energy taking with me some of the good vibes found on this grounds.

 

I am already starting to miss it. And this is a good sign. It means that a part of me stays here, just as I am taking a little part of Senegal with me. I will miss the part of me that stayed here, and I will be missed by the little part of Senegal I am taking with me. This is what exchange is all about.

But as Zinedine Zidane did, one should know when is the right time to leave. This is my time to say bye. For now. And it feels right.

All I can say is, Namunala Senegal.

Jerejef!

Tivaouane

11. Dezember 2018 by

In Senegal, the Islam is the most widespread religion. However, under the Islam, there are many different spiritual guides with particular philosophies, rituals or ways of living.

My neighbours, the Gueye Family follow and celebrate the Gamou of Tivaouane. This, I was told, is somewhat the equivalent for Christmas to us. I am not sure one can make that assumption, because I don’t think we really understand what each other’s celebration entitles even if I tried several times to be explained what exactly this celebration is. What there is in common is that there is a lot of food.

But basically, each spiritual guide has its own festivity and a city to which people gather.

This is how it went. I arrived to a full house of kids running around, each room (living rooms, sleeping rooms, entrance) were filled with people, mostly women, dressed in their most colorful dresses. The front house which was a large area had undergone some changes, it had metamorphosed into a big tent with mattes covering the floor for whoever wanted to come and take a nap or rest, protected from the sun, but still feeling the heat of the day. We were accompanied for the 4 days I was there, by a-non-stop at- the-maximum-volume loudspeakers spreading to its widest lengths of waves the songs of Koranic prayers. It was very loud. And there was a never ending traffic jam throughout the entire 4 days, like an infinite snake whose color change, you see her move slowly, but you never get to see her face or her tail end. People would sit down on plastic chairs in front of the street to see the show of cars, one behind the other, occasional small insignificant accidents because a motorcycle thought he could outsmart the rest, and as the night fell in, it would turn into a show of red and white lights.

I had been taken a few days before to get braids to prepare and make myself pretty for the Gamou. My neighbour Abata had typical Senegalese dresses tailored for me. They were a little to tight, but there was no time to make any changes.

I was told that this last 10 days,  a preparation of 10 day prayers (although they pray anyways 5 times a day every day..?! But I guess it must be a different prayer). So during those 10 days, the people living in Tivouaone welcome people at their place and give them food to the family and friends that go all the way to that city. The „big celebration“ start on Saturday evening. The house I was at, hosted more than 60 people for dinner.

 

Everyone had a role. Food was cooked in a back field by 5 men who were in charged of the cooking in huge pots. The (usually older) women would help to chop the onions, but their main task was to distribute the food on the plates. The younger women, and some of the young men, we were en charged of distributing the plates around the house for all the people to eat. To distribute the drinks (water an cans) and at the end baskets with fruits for desert. And at the end, to collect the plates again, and clean up the eating area. The kids were in charged of helping collect the trash.

Sunday and Monday, the house hosted even more people. Throughout the entire day people came and leave, they were all offered fruits and drinks. And then over 100 people came for lunch and dinner. Two cows were killed for the occasion.

People, where the women outnumbered men by far, sat all day in smaller groups just hanging out, eating, talking sleeping, in every corner of the house.

The family members and close friends, we stayed the night there. So each room and living room, and hallway were covered with mattresses. Kids slept on spread out mattresses in living rooms or hallways, some slept on the living rooms or hallways couches. The eldery slept on the available beds, but shared the room with other family members. I was sharing the room with two of the big sisters of the Gueye family sleeping on the bed, the other sister and her daughter on a mattress, and I on another mattress. It was like a huge sleep over.

Since we were so many, and we all need water there was a cistern that supplied the water. And because the pressure was low, for all the ones sleeping and showering on the second floor, we had to run up and down water basins.

It was quite a colorful, noisy extended weekend, filled with food, laughter, running up and down, people everywhere, hot-during-the -day-and-cold-at-night… all in all, very intense!

The way back, was also colorful and joyful, and hot, and slow. I had the chance to try what sellers around the road would sell: conny and another fruit which looks like a date but is bitter and sweet like honey, and one has to lick it because it has a big seed. The aunts were the loudest, singing the whole way, surprisingly enough it did not wake the baby who slept its way through. The songs  included the names of the children who would either coil or laugh, depending on their personalities.

We were finally, Tuesday afternoon, back to Thiès.

Calabasse de la Solidarité

6. Dezember 2018 by

On Tuesday, I went to Rugy’s regroupement des femmes: la calabasse de la solidarité, in Diobass. It is a super nice and well thought system way to help each other out and save money based on solidarity.

This is how it works: at the beginning of the meeting –which takes place once a week– as the participants come in, every woman puts her closed hand inside a covered calabasse (pumpkin) so that no one knows whether or not she put in money, and how much. Each participating puts inside according to their possibility of that week. Any late (15-20 mins tolerance) person attending the meeting also has to pay a 100XAF fee (as to encourage them to be on time).

The basic idea is to have a “savings fund” that is to solve concrete issues/emergencies related to one of the 3 areas: kids education, health and food security. So if that week a woman is having a hard time economically, and needs some money to resolve for instance buying medicines for her or someone in her family, or to buy food, or what ever, she can borrow between 5000 and 15000 XAF and has to pay them back in usually 2 weeks. If she is late to pay back, she has to pay an extra fee, only if it is well justified, and someone is in charged of investigating the facts.

As the fund becomes bigger, they divide the funds into the „saving funds for emergencies“ and another part that can be used to develop projects for the community. This second part of the funds can be use to organize events, or lending more money for a woman to start a business, or to start a project for kids, or to help pay/lend money for other issues like funerals, and baptisms or giving birth, amongst others. It appears to work pretty well in most cases.

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The gathering starts and ends with a prayer. It was very nice, because at the start the woman said: “chaque un, prier à vôtre façon”, meaning, each pray in your own way. Acknowledging that all the participants may not share the same beliefs or way to practice their spirituality. It says a lot about their acceptance and tolerance to acknowledge that, and leave space for everyone to feel conformable to pray in their own way. Personally, I find it a beautiful way to start a meeting, taking a few minutes to spread „good vibes, feelings, energy, positive intentions“ name it what you want, each in their own way, but all together. Lovely!

That is something that I have noticed often from the Senegalese population. They are all very spiritual and practice their spirituality on daily basis. Religion, faith and God, is part of every day’s talks. Muslims stop their activities to make their 5 different prayers throughout the day, but you also see Christians taking out their rosaries or taking a few minutes in the morning when they come in to work, to pray.  I find their approach to talk about God and religion –which in many places has triggered the start of wars and persecutions– to be here handled in a very “healthy” way. Accepting the different beliefs, no one trying to say they way is better. Just a common acceptance that we all believe in God in our own way, and that is perfectly acceptable.

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Back to the Calabasse…The Calabasse is organized as followed: there is a “dirigente” in charged of making people come to the meeting, organizing the time and place; the secretary who is in charged of writing what they call PV (process verbal) which is what was talked about during the meeting, and keeps record of who borrows what when; the treasury who keeps the money”, and the comité de discretion who are in charged of deciding whether or not to lend the money to a person that comes to them and wants to keep it a „secret“. As in many places, it is sometimes a delicate situation and people don’t feel comfortable asking for money or having the other know about economical issues, so they created this committee of discretion.

All the decision-making about the calabasse, how to manage it, which path it is taking, what should be done better, etc, is voted by all the participants. Everyone is encouraged to speak up their minds and share their experiences. In this case they apply the “celui qui tait, consait” (the one how keeps silent agrees). All have a say.

That day they talked about needing a leader, a better organization, having people be punctual, to sanction without being afraid to do it just because it is “family” or “friend”, otherwise it will not really work.

The participating women of this calabasse, are all women who work the land. They have tomatoes, bell peppers, bisspa, mais, chilli, gombo, eggplant, choux. Each has her piece of land, and her own cultivation she is responsible for. But they all pay together the gas for the water pumping system, water, and the seeds.

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This meeting took over 4 hours. Because everyone had to tell/say something. An anecdote, a success story, what they liked and did not like about it, areas of improvement, etc. Others said how in other calabasse, they have collected over a million XAF, so they have reserved half as their “safe fund” and the other half to borrow money for projects/ start up business, kindergardens for the community, etc. Which was to encourage them to do the same, to always try to participate and donate something.

At the end of the session, a person is in charged of counting in front of everyone all the money collected that day. And added to what was left/accumulated from the last sessions. So all the participants know the total they have. It is all written down on school notebooks.

We finished with a prayer.

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Tamxarit

30. November 2018 by

This festivity takes place in mid-October, it is the Muslim’s new year. Women prepare couscous (Senegalese way— which is brown and smaller than the Moroccan one) with white beans and dates or raising, lots of palm oil and then meat and veggies prepared in a sauce. It is very good but very heavy to the stomach. The women of the family gather all together on that afternoon to prepare the dinner. I was invited to spend the evening with the Gueye Family; my neighbors. They cooked the couscous and the sauce on the rooftop terrace of their house. We all dressed up a little nicer and gathered around the pig plates and ate all together.

After dinner, the kids usually dress up as their opposite sex and go to the streets with “tam tams” (drums) and sing “tayebol, wolé” from house to house. The neighbors or house-owners usually give some coins to the children. This time around, the streets of the Dixième were filled with smaller to bigger groups of children dressed up, singing to the beat of the drums and dancing around. It is a similar tradition than to going for “trick or treat”, or singing Christmas carols from door to door… And of course I had to join in kid’s party – smiley

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“Tayebol”, the song we sang, apparently comes from the talibis

The students of the Koran, were/are called talibis. They would eat, learn, shower, and sleep at the Master’s place for free, who would teach them the holy scriptures. In order to get lunch, they would go on the streets asking for food (or money), to collect it all together with the other students to prepare their meal. During the Tamxarit, one of the recommendations is to make offerings as part of the rituals and tradition of this celebration. So the talibis (students) would go and ask for offerings, so that they would collect on that day “enough” for them not to have to go so often to the streets begging for food for the coming months. Today, it has become a “party” were kids go to the streets and to the neighbors to collect some money and have some fun.

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The DERBY

22. November 2018 by

On my first week in Thiès, I got to experience the Derby; is the “classical game” like a Madrid-Barcelona. It really seemed it was a Champions League game here at Thiès. Drums and music made the stadium vibrate. People screaming…. It was quite an atmosphere!

The soccer field is a sand field. There is “esplanade” on one side, and for the rest, people just sit down around the soccer field in plastic chairs to be rented for 100F. Sellers pass buy selling peanuts, tuba coffee (coffee with spices and A LOT of sugar), frozen juice in a plastic bag. The entry to the match costs 500 F. The kids and people that cannot afford the entrance fee climb up the walls, trees, or put bricks one on top of another and try to see the game from behind the walls.

This game is part of  a tournament, I was told, that started after their independence. During the 3 months of summer break (Jul-Oct), to keep the kids and young men busy and hopefully out of mischief. In Thiès there are 94 teams from different leagues (depending on the age group) from all the neighborhoods.  Most know each other from the neighborhoods, from school, from University. There are usually 4 games almost every evening starting at 16:00 (for the lower leagues) and the last game finishing at almost 1 am (the last game of the day is usually for the “best teams”).

It is a funny juxtaposition between the seriousness of the game and the passion from the fans, and the teasing going on between players and the followers (since they know each other). The public would scream and tease the players, even at times the referee. It is somehow very “familiar”, almost school-like-way the way the players and fans interact with one another .

At the end of the game, Abou –my friend and player of the AFC Dixième, one of the teams of the Derby— gave me his sports bag to carry when we got out of the stadium. I felt like a “water-boy” or in this case “water-girl”. I did not mind, I thought he was tired and he did not want to carry his bag. I just felt it was a funny position to be in, coming from a culture where it is usually the other way around that a “gentleman” carries the bags of girls, or at least carry their own bag and don’t give their bags for a girl to carry. I later on realized it was meant as a compliment. All the kids felt honored if they had the “honor” to carry their heroes bags, water bottle, or other belongings. That is how I should have felt. When I realized that, I couldn’t help but laugh. How funny and sweet.

As Abou walked into the street, everyone was commenting a pass he had made, as the big event of the night. And when he entered our neighborhood’s street, he was greeted by everyone as a hero. The whole scenario was very bright although the night was dark. It was delightful to experience how people celebrate these “small events”, which was actually THE event of the week. This joyful and celebration spirit was contagious. I also found myself with some type of glee from this atmosphere surrounding me. The streets of the Dixième were filled with cheerful people.

It was a very nice way to start my stay here in Senegal. A very warming and joyful first impression of the life in Thiès.

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Kein Land des Alltags

1. November 2018 by

Wie der Titel schon sagt, gibt es in Bolivien wenig Alltag, wenig Routine. Aber ich habe auch gemerkt, dass es nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss. Diesmal will ich etwas vom Arbeits“alltag“ auf dem Land in Totora erzählen, der nun auch schon wieder vorbei ist. Letzte Woche Dienstag habe ich die letzten Interviews geführt und damit den praktischen Teil abgeschlossen. Hinzu kommt noch eine weitere Veränderung.

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Immer wieder für Überraschungen gut

23. September 2018 by

Wer seine Fähigkeiten in Spontanität und Flexibilität verbessern will, ist in Bolivien genau richtig! Als Fan deutscher Pünktlichkeit und Ordnung kostet es manchmal schon ein paar Nerven sich anzupassen.

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Raus aufs Land! – Das Projekt geht voran

29. August 2018 by

Letzte Woche gings für mich zum ersten Mal zur Außenstelle von AGRECOL-Andes nach Totora. Viele neue Leute, faszinierende Landschaften und einfach eine ganz andere Welt. Meine Projektaufgabe ist auch endgültig definiert und ich steck‘ schon mitten drin. Den Rest des Beitrags lesen »

Eine Woche Bolivien – viele neue Eindrücke!

15. August 2018 by

Nach 22h Reise bin ich endlich da: Cochabamba, Bolivien!  Ich bin unglaublich aufgeregt und weiß nicht was mich in meinem Praktikum bei Agrecol-Andes erwarten wird undwelche Erfahrungen das Land für mich bereithält. Ich bin nervös, aber auch voller Vorfreude. Dank einer bolivianischen Freundin, die ich aus Deutschland kenne, werde ich von ihrem Bruder Benjo vom Flughafen abgeholt und komme die ersten Tage bei ihrer Familie unter. Der Empfang war sehr herzlich, auch wenn es 5 Uhr morgens war. Das heißt auch: Der Tag fängt gerade erst an… Den Rest des Beitrags lesen »

Rückblick und Abschied

19. Februar 2018 by

Im Kreis stehen zahlreiche Menschen, im Hintergrund läuft eine senegalesische Schnulze mit ordentlich Rhythmus und abwechslungsweise tritt jemand ins Innere des Kreises und tanzt, mehr oder weniger wild und gekonnt, einige Minuten oder auch nur Sekunden. Diese Szene gehört nicht etwa zu einer Samstagabendbeschäftigung von senegalesischen Teenagern oder einem Familienfest. Es ist der krönende Höhepunkt einer „Caravane de sensibilisation“ zu Themen der Nachhaltigkeit wie eine korrekte Entsorgung von Abfall, der Verzicht auf Pestizide oder einer gesunden Ernährung. Die Begeisterung der Teilnehmer wird spürbar als die Themen der Caravane in einem Sketch verpackt den Anwesenden vermittelt werden. Lautes Gelächter ertönt und es wird zustimmend genickt.

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Neujahr und Dromedar

3. Januar 2018 by

Fast hätte ich am 31. Dezember Mitternacht verpasst. Ich habe nicht etwa geschlafen. Das wäre auch gar nicht möglich gewesen bei dem vielen Feuerwerk und anderen Knallkörpern, die in die Luft stiegen. Auf dem Hauptplatz von Thiés stand ich in Scharen von Menschen. Unzählige Autos und kleine Motorräder waren auf den Strassen unterwegs und brachten den Verkehr zum Stillstand. In Pink und Violett leuchtende Hasenohren als Haarreifen, glitzernde übergrosse Brillen, mit Lametta behangene Zaubererhüte und Tiermasken aus Plastik wurden von zahlreichen Leuten getragen. Auch viele Kinder waren in der Menge. Selbst bei all dem Trubel fanden sie die einzige Weisse dort noch amüsant und grüssten mit dem in der Schule gelernten „Bonsoir“. Aber wieso verpasste ich nun Mitternacht beinahe? Es gab keinen Countdown, keine Umarmungen und natürlich auch kein Anstossen, trinken doch Moslems keinen Alkohol. Selbst Wünsche zum guten Jahr scheinen nicht verbreitet zu sein. Silvester ist hauptsächlich ein guter Grund zum Feiern für alle Konventionen und Ethnien. Eigentlich genau wie es in Europa auch der Fall ist, nur das dort der Alkoholpegel in der Regel deutlich höher steigt.

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Landwirtschaft à la sénégalaise

5. Dezember 2017 by

Toubab! Toubab! Überall tönt mir dieser Ausruf entgegen, sei es von Kindern oder Erwachsenen. Für alle bin ich gleichermassen eine Attraktion in ihrem wenig abwechslungsreichen Dorfleben. Früher das Synonym für die französischen Kolonialherren werden heute alle Menschen mit weisser Hautfarbe so genannt. Seit meiner Vorgängerin Lynn bin ich wohl die erste Weisse, die in das Dorf Ndiedieng gereist ist. In der Nähe der gambischen Grenze gelegen, kennt nicht einmal Google Maps diesen Ort.

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Wiedermal Zeit um Abschied zu nehmen

21. November 2017 by

Und schon wieder bin ich am Ende einer Etappe. Die Zeit in Cochabamba verging sehr schnell, liegt wahrscheinlich daran, dass ich es hier sehr genoss und immer noch tu: Tolle Menschen und schönes Wetter jeden Tag machen mir das Leben leicht.

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Agroforst mit Apfelbaum Schwerpunkt in Arani

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