Archive for Februar 2010

Markttag in Keur Abdou Ndoye

24. Februar 2010

So, endlich der erste Eintrag auf dem neuen Blog… mein Praktikum ist jetzt schon zu 2/3 rum und ich bin gerade dabei, meinen Rückflug zu buchen.

Seit meinem ersten (und einzigen) Zwischenbericht, den ich AGRECOL geschickt habe, ist so einiges passiert. Und bevor ich jetzt anfange, das alles blogfertig aufzubereiten und damit soviel Zeit verbringe, dass der Blogeintrag heute wieder nichts wird, schreibe ich einfach mal, was ich gestern gemacht habe.

Morgens, nach dem ich ein bisschen Wäsche gewaschen hatte mit den Frauen aus meiner Familie, bin ich aufs Feld gegangen. 15 Min. Weg durch Dünen und stark abgeholzte Eukalyptuswälder, dann ein Stück durchs Dorf. Die Kinder rufen „Ndeye“ und „Aida“, so heiße ich hier. Manche sagen, schön auswendig gelernt, „donne moi 100 Francs“. Die Frauen rufen, „Kai!“ – komm! und eine sagt, „may ma sa Sirr!“ – gib mir deinen Rock. Man kann nicht überhören, dass ein Toubab (weißer) vorbeigeht. Ich grüße in alle Richtungen. Von weitem sehe ich das Windrad drehen und freue mich über den starken Wind.

das Möhrenfeld

Heute ist Möhrenernte, 10 Säcke werden ausgebuddelt und zum Markt gefahren, in der Hoffnung auf einen guten Preis. Während dessen wird bewässert, mit dem Schlauch: Die Motorpumpe funktioniert seit heute wieder und die Flächen, die nicht mit Tröpfchenbewässerung ausgestattet sind, müssen dringend gegossen werden. Die Tröpfchenbewässerung läuft auch gerade. Ich habe Plastikflaschen an verschiedenen Tropfern befestigt, um die Wasserverteilung zu messen, die nicht gerade homogen ist. Während die anderen buddeln und bewässern, stelle ich die Hähne auf und zu, schaue, ob der Boden feucht ist und ob es viele verstopfte Tropfer gibt, reinige manche, wasche die Filter und messe das Wasser in den Plastikflaschen. Dann helfe ich beim Möhrenbuddeln. Heute sind ein paar Leute zum Helfen gekommen, die ich nur wenig kenne. Der eine will, dass ich einen Senegalese heirate und scherzt mit mir. Der andere kommandiert mich rum, nein, komm hierher! so! Als drei Säcke beriet sind, wird der Eselskarren beladen. Ob ich fahren kann? ich kanns ja mal versuchen.Eine gute Gelegenheit, wenn ich mit zum Markt komme, können wir zur Wage gehen. Schon seit Wochen wollten wir mal einen Sack wiegen, um den Ertrag auch in t dokumentieren zu können. Der kleine Junge drückt mir die Zügel-Seile und das Gummirohr (die Peitsche) in die Hand. Der Esel macht eigentlich ganz brav was ich will und kennt auch zum Glück den Weg besser als ich. Den Jungs bin ich nicht schnell genug, ich soll fester draufschlagen.

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