Leben in Mbawane

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Seit dem 13.11.09 bin ich in Mbawane in den Nyaies/Region Diender, ca. 60 km nord-östlich von Dakar und wohne bei einem Bauern der FAPD.

Das Dorf ist sehr klein, so dass alle mich kennen, aber „meine“ Familie ist seehr groß… sie gab mir einen neuen Namen (Ndeye Diop) und passt auf, dass es mir gut geht und was ich tue. Fürs Essen wird auch gesorgt: zum Frühstück gibt es ½ baguette mit Butter und „Café Touba“, Mittags und Abends Fisch mit Reis oder Hirse. Zwischendrin Erdnüsse.

Die Küche

Mittagessen - Reis mit Fisch

Zuerst wohnte ich in ihrem Wohnzimmer und teilte die Matratze mit Kindern. Es war (und ist immer noch) sehr eng und familiär, aber dafür kriege ich einfach mit, wie die Leute leben.

Da habe ich im Dezember geschrieben:

Das Wohnzimmer mit meinem Zeug

Jeden Abend räumt meine alte „Jai“ (=Mutter) mein Gepäck um, will mein Moskitonetz aufhängen und meine Matratze hinlegen, die Tagsüber auf dem großen Bett im Kinderzimmer dient. Sie sieht dabei alles, was ich noch nicht in meinen Rucksack verstaut habe. Bunte Stifte, Bananen, Erdnüsse, Händy-Kredit gekauft, Stoffe („was machst du damit? willst du sie so oder so nähen lassen? Wann bringst du sie zum Schneider?Ich nehm sie dir mit!“- Was weiß ich wann ich mal weiß, was ich genau damit machen will), dreckige Wäsche – da hat sie was gefunden: „ah, soll ich die Fama geben, die wäscht das?“ – „nein , danke, ich mache das später, morgen, vielleicht“ – „wann willst du waschen?“- „hm, na sagen wir mal morgen.“- „gib her, ich wasche es dir!“ – „hm, nein, ich kann ja morgen mit Fadjaj und Fatou waschen!“ Das wird akzeptiert. Und ich warte, bis sie fertig geräumt hat und ich die Zahnbürste aus meinem Rucksack kramen kann.

… Ich werde immernoch leise innerlich wütend, weil für solche Gespräche so viel Zeit und Energie drauf geht. „Lass mich in ruhe! ich komm schon klar!“ (wo sie sich doch so um mich bemüht!) …Sowas habe ich inzwischen schon mal gesagt, mit dem Erfolg, dass sie mitleidvoll dachte, ich habe Heimweh.

Nachdem ich einmal müde von einer Reise zurück gekommen war und ca. 30 laut diskutierende Männer in „meinem“ Schlafzimmer saßen, suchte ich nach einem eigenen Zimmer. Meine „Mutter“ fand mir eins, direkt neben an, bei einer Nachbarfamilie. Seitdem (Mitte Januar) habe ich meinen eigenen Gaskocher, kann mir Tee machen, kann meine Rucksack auspacken, meine Kleider aufhängen und meine Bücher rumliegen lassen. Diese Nachbarfamilie ist allerdings von einer anderen Ethnie und hat nicht viel „meiner“ Familie zu tun. Interessant ist der Unterschied der beiden Familien. Wo ich jetzt wohne ist Brot eine Seltenheit, sie haben keinen Gaskocher und trinken Kinkeliba (Blättertee) anstatt Kaffee. Ein Radio, was uns nachst in den Schlaf krächzt, gibt es allerdings auch hier.

Ins Internet komme ich immer noch eher selten, da ich dafür ins nächste Dorf fahren muss, was ich Abends nicht darf – man übernimmt hier ja Verantwortung für seine Gäste … während ich das so schreibe, fühle ich mich gar nicht mehr als „Gast“. Wo ich doch die ganze Zeit „Tochter“ genannt werde.

mein Gaskocher, juhuu

ein kleiner Teil meiner Familie

immer das Kopftuch...

 

Das neue Zimmer, Sicht von innen nach außen

zu Besuch bei eier anderen Familie...

Essen-bring-Frauen auf dem Feld

Eine Antwort to “Leben in Mbawane”

  1. Ann Waters-Bayer Says:

    Schön zu lesen und sehen, wie es dir geht. Das ist ja eine Erfahrung, die du nie vergessen wirst. Man lernt über viel mehr als nur die Landwirtschaft.
    Bleib gesund und munter!
    Ann

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