Archive for Dezember 2010

Das Projekt und meine Aufgaben

8. Dezember 2010

Nun also etwas über den Inhalt des Praktikums bei AGRECOL Andes. Ich arbeite in einem Projekt mit dem Titel „Diffusion nachhaltiger Landwirtschaft und Stärkung der Fähigkeiten in politischer Inzidenz (Einflussnahme)“.

In dem Projekt geht es um die Vernetzung lokaler Akteure (landwirtschaftliche Gewerkschaften, Produktionsgemeinschaften, Gemeinderegierungen und NGO`s) und die Verbesserung der Einflussnahme von Bauerngruppen mit Interessen zur Förderung der nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion auf die regionalen Regierungen. Weiter sollen durch landwirtschaftliche Bildungsprogramme und Vernetzungsaktivitäten ökologische und produktionssteigernde Landwirtschaftspraktiken und Verbesserungen im Produktions- und Organisationsablauf getestet, evaluiert, gefördert und verbreitet werden. Die Projektregion befindet sich im Süden des Departaments Cochabamba und umfasst vier Landkreise, die in einer Entfernung bis zu 250 km von der Stadt Cochabamba liegen.

Die Landwirtschaft in den Regionen ist geprägt durch kleinbäuerlichen Strukturen. Oft handelt es sich um Familien, die Subsistenzwirtschaft betreiben und oft nur wenig Produkte auf den Märkten verkaufen können. Die verbreitetsten Anbaukulturen sind Kartoffeln, Mais, Ackerbohnen, Anis, diverse Gemüsearten und Früchte. Die meisten Landwirte halten Geflügel, Ziegen, Schafe und bis auf eine Region nur wenig Rinder.

Typisches Landhaus, Kornspeicher und runder offener Stall

Wie ich schon kurz beschrieben habe, sind die Produktionsbedingungen meist schwierig. Wasserknappheit, starke Erosion, Verlust der Bodenfruchtbarkeit, die geringe Vielfalt der kultivierten Pflanzenarten, sich wandelnde Umweltbedingungen etc. verlangen ständige Anpassung und Innovationen von Landwirten und Organisationen der ländlichen Entwicklung. In der Projektregion gibt es interessante Anbaupraktiken und Innovationen, mit denen versucht wird, die landwirtschaftliche Produktion und die Lebensbedingungen der Landbevölkerung nachhaltig zu verbessern.

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Die ersten Eindrücke

6. Dezember 2010

Und wieder in Bolivien, diesmal eingeflogen aus Argentinien nach Cochabamba und nicht, wie beim letzten mal von Peru über das Altiplano entlang der Kulisse des atemberaubenden Titicaca Sees Richtung La Paz. Cochabamba, eine lebendige und doch übersichtliche Stadt mit rund 600.000 Einwohnern, die ich in der ersten Woche, direkt im Zentrum wohnend, erkunden konnte. Verrückter Verkehr, Handel auf jedem Meter Fußweg. An den Ecken wird frisch gepresster Organgensaft und jede Menge spezieller und meist leckerer Kleinigkeiten angeboten. Dann die riesigen Märkte, die einen für den ganzen Tag verschlingen können. Hier gibt es alles! Und kommt man am nächsten Tag wieder, so findet man immer wieder neue Gänge und Winkel – einfach nicht zu überschauen!

Marktszene, Cochabamba

 

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