Salamaleikum World Wide Web

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Dokumentieren werde ich hier mein Praktikum im Senegal mit dem deutschen Verein „Agrecol“, bei der internationalen Nichtregierungs-Organisation „Enda-PRONAT“ und der Bauernvereinigung (Fédération) „Yaakar Niani Wulli“. Der Inhalt meines Praktikums soll das Kartieren der Bio-Baumwollfelder der Féderation „Yakaar Niani Wulli“ (YNW) sein, zur Dokumentation und zum Nachweis für die Bio-Zertifizierung. Die Bauernvereinigung YNW ist eine Gemeinschaft von etwa 2000 Bio-Produzenten aus verschiedenen Dörfern im Raum Koussanar (Department Tambacounda).

Cap Vert, Dakar

Bei meiner nächtlichen Ankunft in Dakar wurde ich von Aissetou und Malick abgeholt, die zusammen mit mir in Koussanar arbeiten werden. Am darauf folgendem Mittwoch wollten wir zum Praktikumsort reisen, welcher etwa 400 km östlich von Dakar liegt. Seitdem ist einige Zeit vergangen und der Abfahrtszeitpunkt verlagert sich dynamisch von Tag zu Tag, ein wenig nach hinten.

Route Dakar-Koussanar

Nun verbringe ich meine Tage im Büro von Enda-Pronat, lerne die Mitarbeiter kennen und die verschiedenen Arbeitsbereiche. Ich erlebe die Arbeitstruktur und habe schon ein paar Fetzen Wolof gelernt. Sinn macht die Verzögerung, da wir so ein wenig konkretisieren können, was sich genau von unserer Arbeit in Koussanar versprochen wird. Wie sich gleich bei der ersten ‚Réunion’ herausstellt, soll es nicht nur um die Kartierung der Bio-Baumwollfelder der Fédération gehen, sondern um viele sozioökonomische und umweltrelevante Aspekte, welche bei dieser Gelegenheit gleich mit dokumentiert werden könnten. Es gab einige Diskussionen um hier Prioritäten zu schaffen und somit ein Konzept zu erarbeiten, welches zufriedenstellend und realistisch ist.

Entscheidend ist, ob die Arbeit die möglichst vollständige Erfassung aller Biobaumwollfelder der Fédération zum Ziel hat oder die Dokumentation verschiedener Parameter. Es gibt viele interessante und wichtige Aspekte, welche aufgenommen werden könnten. Beispielsweise die Anteile von Männern und Frauen in der Landwirtschaft, Probleme und Fragen der Produzenten, Fakten zu Anbaumethoden, der Vermarktung und vieles mehr.

Die Überlegung war es, statt wie ursprünglich angedacht nur die Baumwollfelder in allen Dörfern zu erfassen, die Dörfer als ganzes zu kartieren. Mit der Kartierung der gesamten Flächen (Siedlungen, Felder, Wege, Wald etc.) eines Dorfes könnte z.B. der Tatsache vorgebeugt werden, dass teilweise Wald zerstört wird, um so schnell an ökologisch zertifizierbares Land zu kommen. Auch wären diese Karten der Bevölkerung eine Hilfe, um sich gegen „Landgrabbing“ zu verteidigen. Dagegen spricht der kaum absehbaren Zeitaufwand und das es somit unmöglich wäre, dass ich die Biofelder vollständig kartieren werden. Es ist schwer einzuschätzen wie kompliziert sich das Kartieren vor Ort gestalten wird (bezüglich der Determinierung der Felder sowie des Erlangens der dazugehörigen und der darüber hinaus gehenden Informationen). Eine Hürde wird in jedem Fall die Sprache sein, da die Landbevölkerung im Raum Koussanar überwiegend Pulaar spricht und nur wenige Wolof oder gar Französisch beherrschen.

Bei der Arbeit ist eine sensible und respektvolle Herangehensweise wichtig, um die Bauern und die Dorfbevölkerung mit einzubeziehen, auf deren Hilfe man bei der Kartierarbeit angewiesen ist. Es muss also genau erklärt werden, „was“, „wie“, „warum“ und „wo“ gemacht wird und wie die Bevölkerung davon profitiert.

Soviel zunächst mal zur Theorie, – demnächst dann aus der Praxis…

Baumwollblüte

Eine Antwort to “Salamaleikum World Wide Web”

  1. Ann Waters-Bayer Says:

    Schön diesen ersten Bericht von dir zu sehen,Vera! Es hört sich an, als ob die Pläne vielleicht doch nicht realistisch waren – die Zeit ist ja ziemlich kurz, nur bis Oktober, wenn ich das richtig verstanden habe. Mache halt was möglich und für alle Seiten nützlich ist.

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