Archive for November 2012

EcoClima

20. November 2012

Seit mitte September arbeite ich nun im Programm EcoClima im Departamento Santa Cruz. Dieses Programm hat sich zum Ziel gesetzt die  Naehrstoffzusammensetztung in der Ernaehrung zu verbessern, die Anbauflaechen von Monokulturen zu diversiviziertem Anbau umzustellen und ein oekologisches Bewussstein unter der Landbevoelkerung zu schaffen. Damit verbunden eine Minderung der Erkrankungen. Um dieses Ziel zu erlangen werden unter anderem in den Communidades (Gemeinschaften) mit Gruppen von 4 bis 10 Frauen Gaerten angelegt. Die Materialien wie Schubkarren, Regenwuermer, Saatgut, Plastiknetze, Giesskannen und was mensch sonst noch so fuer die Gartenarbeit benoetigt werden den Frauen zur Vefuegung gestellt. Weiterhin werden teilweise Wasserauffangbecken konstruiert, da durch den Klimawandel die Regenzeit viel spaeter anfaengt und es auch weniger regnet. In vielen Gemeinschaften muessen die Frauen einige Kilometer taeglich zuruecklegen um Wasser zu holen oder Waesche zu waschen. Zu Beginn war ich damit beschaeftigt die Papiere fuer mein Jahresvisum zu bekommen. Das beinhaltete vielfaches Besuchen von Interpol und der FelCC und auch der Migrationsbehoerde bis ich schliesslich meinen Auslaenderausweis beantragen konnte und den Stempel im Pass hatte. Im Oktober wurde ich dann im Forschungsinstitut der Universitaet Autonoma Gabriel Moreno in Santa Cruz de la Sierra weitergebildet, wie alle die auf dem Land mit den Frauen arbeiten im Bereich Gemuesegarten. In diesem Institut lernte ich die Regenwurmvermehrung was auch die Herstellung von Humus und einem fluessigen Blattduenger beinhaltet. Zudem die Technik der Beetherstellung nach einer Form der Permakultur, Biointensiv oder wortwoertlich uebersetzt “Doppelbett” (von doble cama), ein bisschen ueber die Fruchtfolge und schliesslich ueber biologische Schaedlingsbekaempfungsmethoden. Seit November bin ich nun in San Ignacio und besuche mit dem Technikteam die Gemeinschaften  und wir versuchen die Frauen in Themen wie Fruchtfolge und Schaedlingsbekaempung zur Seite zu stehen.

da sich leider mein computer verabschiedet hat werde ich diesen Artikel einen anderen Tag fertigstellen und Fotos hinzufuegen

wer noch mehr lesen will ueber meine Zeit hier in Bolivien kann das auch gerne auf bolilea.de tun

 

Selbstverstaendlichkeiten?

20. November 2012

Es gibt so viele Dinge, die fuer uns selbstverstaendlich sind,die wir als gegeben nehmen, und dennoch sind sie es nicht ueberall auf der Welt.

Da sitzt man beisammen und plant ein Seminar, bei dem es auch um die aktive Teilnahme aller Teilnehmer geht. Karteikarten beschriften mit Ideen und Vorschlaegen fuer die Planung fuers naechste Jahr…und dann kommt ploetzlich die Frage auf, kann denn jeder schreiben? Nein, es gibt hier, besonders unter den Menschen, die vom Land kommen und mit denen wir intensiv arbeiten, viele Analfabeten.
Wir planen eine Runde Feedback mit den Teilnehmern zu machen. Aber sprechen auch alle Spanisch? Die meisten verstehen Spanisch, aber es gibt viele Menschen, die Quechua als Muttersprache haben und die kaum Spanisch sprechen. Alles auf Quechua? Das ist auch keine Alternative, da meine Kollegen kein Quechua sprechen. Also muss uebersetzt werden.

Letzte Woche sind wir wieder in die Randbezirke von Cochabamba gefahren, um zu sehen, wie die Gemuesegaerten aussehen. Da wir in mehreren Bezirken taetig sind, gibt es ganz unterschiedliche Ergebnisse. Leider mussten wir feststellen, dass in einem Bezirk alle Pflanzen eingegangen waren. Es gab fast eine Woche lang kein Wasser vor Ort und geregnet hatte es auch nicht, also ist alles „verdurstet“. Woher soll man an solchen Orten auch Wasser beschaffen, gekocht wurde mit Wasser aus Flaschen, die muehsam aus dem Tante-Emma-Laden um die Ecke nach Hause geschleppt wurden.