Imaynalla? todo bien aquí

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Ich glaube ich habe die falschen Klamotten in meinen Rucksack gepackt. Als ich früh am Morgen in Cochabamba ankam, fingen mir erstmals die Zähne an zu zittern aufgrund der Morgenkälte. Falsche Absprache mit meiner Gastfamilie ließen mich dann auch noch einige Zeit in der Kälte stehen. Trotzdem dachte ich mir: Es tut gut wieder in Südamerika zu sein. Die ersten Kontakte mit Cochabambinos schenkten mir ein Lachen und gute Laune, trotz Müdigkeit und Kälte. Die Offenheit und die langen tiefgründigen Gespräche mit Taxifahren oder sonst irgendwelchen Personen begeistern mich nach wie vor.

Cochabamba_Panorama

Mittlerweile bin ich so ziemlich im Herzen Boliviens angekommen. Die ersten Eindrücke der Stadt verfestigen sich allmählich und die Orientierung fällt mir auch immer leichter.

Die erste Woche verbrachte ich hauptsächlich mit Papierkram, unter anderem Visum, (neue) Wohnungssuche etc.

Am Mittwoch (12.07.2017) machte ich mich auf den Weg ins Büro von Agrecol-Andes. Angekommen kennt sich erstmals niemand aus wohin mit mir und der Herr Ruben (Direktor der Stiftung) war gerade auf einem Zusammentreffen in Santa Cruz de la Sierra. Na gut, nach langem hin und her beschlossen die anwesenden Personen im Büro und ich, dass ich am besten wieder am Freitag komme, dann sei nämlich auch Ruben Vorort.

Am Freitag dann hatte ich das erste (persönliche) Gespräch mit Ruben, sehr netter Typ… versucht mit seinen kleinen Witzen immer wieder für gute Laune zu sorgen.  Er teilte mich dann dem Herren Serafín ein, der hauptsächlich für das Agroforst Projekt zuständig ist, so gut wie immer auf dem Feld arbeiten und diesen Freitag auch nicht im Büro war.

Am nächsten Montag (17.07.2017) traf ich mich früh am Morgen mit Serafín und wir machten uns auf den Weg ins Municipio Tiquipaya, um dort einen Kurs über die Herstellung von Bio-Dünger zu halten. Geplant waren 30 Bauern, gekommen sind aber nur sechs.

Die Fahr verging recht schnell, außer einem Stopp um Coca zu kaufen und ein paar Werkzeuge (Schaufel, Zutaten für den Bio-Dünger, etc.) aufzuladen, gelangen wir trotz dem schmalen Schotterweg in das in etwas auf 3500m (NHN) Dörfchen über Tiquipaya (gehört zur Gemeinde, weiß aber nicht mehr wie dieses Barrio heißt… ist nach einer typischen vorkommenden Pflanzenart benannt). Auf jeden Fall war die Fahrt alles andere als mühsam und langweilig, denn Serafín verschaffte mir erstmals einen groben Überblick seiner Arbeit. Im Folgenden versuch ich es zusammenzufassen:

 

Agrecol Andes, unter anderem Serafín, betreuen/ fördert in vier Gemeinden in Cochabamba die dynamische Agroforstkultivierung. Unter anderem in Vinto, Tiquipaya, Sacaba und Arani. Vor allem in Tiquipaya und Arani ist die Transformation in ein dynamisches Agroforstsystem ziemlich fortgeschritten. Bereits 12 Campesinos (je zw. 30-100 m^2 Fläche) verwenden bereits diese Anbautechnik, verstehen sie und brauchen kaum mehr Unterstützung von außen. Das Ziel ist es natürlich immer mehr Bauern auf diese Anbautechnik aufmerksam zu machen, sodass sie selbst, ihre Umgebung und das natürliche Habitat davon profitieren können.

Für außerordentlich Interessierte: Was bring eine dynamische Agroforstkultivierung?

Laut Serafín: Natürlicher Schutz der Böden, organisches/ natürliches Düngen, Bedeckung der Flächen, reiche Nährböden, Synchronisation des natürlichen Forstsystems, Rückgang von Kräutern und Gräsern & natürliche Fruchtbarkeit/ Fortpflanzung.

Die von Serafín betreuten Flächen sind im Prozess der Autonomisierung (später Einkommenssicherung) des dynamischen Agroforstsystems.

Im Folgendem stelle ich einige Bilder mit Beschreibung zur Verfügung, die einen tieferen Einblick in die Arbeit bewirken und auch die restlich Woche zusammenfassen sollen.

 

 

Eine Antwort to “Imaynalla? todo bien aquí”

  1. Matthias Görgen Says:

    Die ersten Eindrücke vom Land und der Arbeit von Agrecol-Andes hast du schön und anschaulich geschildert. Das lässt auf weitere Eindrücke und Blog-Einträge hoffen. Weiter so!

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