Raus aufs Land! – Das Projekt geht voran

by

Letzte Woche gings für mich zum ersten Mal zur Außenstelle von AGRECOL-Andes nach Totora. Viele neue Leute, faszinierende Landschaften und einfach eine ganz andere Welt. Meine Projektaufgabe ist auch endgültig definiert und ich steck‘ schon mitten drin.

Früh morgens um 7 Uhr fuhren zwei Mitarbeiter, ein weiterer Praktikant aus Belgien und ich von Cochabamba aus nach Totora. Eine kleine Kolonialstadt mit circa 2.000 Einwohner auf 2.800m Höhe. Nach knapp 3h Fahrt kommen wir in Totora an. Auf dem Weg noch ein riesiges Frühstück mit Nudeln, Kartoffeln, Reis und Karotten (Reis und Kartoffeln sind hier in fast allen Gerichten, am besten kombiniert in einem – Das sättigt auf jeden Fall!). Wir werden herzlich begrüßt und es ging auch schon gleich los mit einem „Intercambio“, einem Austausch mit den Bauern aus der Region. hauptthema sind die Fortschritte des Projekts BIOCULTURA, für das auch ich arbeite. In Totora spricht man vorwiegend Quechua, eine indigene Amtssprache Boliviens, die ich nicht leider nicht verstehe. Dementsprechend war die Versammlung nicht so informationsreich für mich, aber ein Kollege hat die wichtigsten Teile für mich übersezt.

Am Nachmittag und am nächsten Morgen ging es zu ein paar „comunidades“, kleine Bauerndörfer weit außerhalb der Stadt. Auch dort wird nur Quechua gesprochen, weswegen ich mit dem anderen Praktikanten eher die Landschaft erkunde. Es gibt 2 Hauptlandschaften hier: die Berge und die Täler. Die Berge sind teilweise auf über 3.000m, da fällt das Atmes beim Herumlaufen schon etwas schwerer; die Landschaft ist eher karg und es gibt wenig Bäume. Dafür ist die Aussicht umso besser! Das Tal sieht dagegen komplett anders aus: native Wälder, viel Flora und Fauna sowie ein paar trotz Trockenzeit unversiegte Wasserquellen (um deren Schutz geht es u.a. auch im Projekt), die die Landschaft grün halten. Dort schauen wir uns auch ein paar Agroforstparzellen an, diesmal auch auf Spanisch und es ist wirklich interessant. Danach werden wir noch auf einen kleinen Imbiss eingeladen. Nudelsuppe und dazu gibt es „camote y maíz“ gekochte Süßkartoffeln und Mais. Generell sind alle Menschen, die wir hier besucht haben unglaublich gastfreundlich und freuen sich über Komplimente zu Haus und Hof, ihrem ganzen Stolz.

Am Nachmittag des 2. Tages erkunden wir etwas die Stadt, die Kolonialbauten auf dem Hauptplatz sehen aus wie eine Filmkulisse und generell wirkt die Gegend sehr gelassen und ruhig. Abends um 20 Uhr (eigentlich 16 Uhr, aber plus bolivianische Verspätung) fuhren wir wieder zurück nach Cochabamba. Müde und voller neuer Impressionen falle ich in mein Bett, welches nun vorerst im Wohnzimmer von Josus WG ist, da der andere Mitbewohner wieder nach Hause gekommen ist. Aber halb so wild, ich verstehe mich super mit allen und sie haben auch kein Problem damit.

Eigentlich sollte ich die Woche darauf schon wieder nach Totora, aber es stellte sich heraus, dass es dort kein Internet gibt, welches ich aber dringend für die Literarturecherche in meiner Projektarbeit brauche… Deswegen bleibe ich auch erstmal in der Stadt. Meine Aufgabe ist nämlich jetzt auch klar formuliert: In dem großen Projekt BIOCULTURA wurden verschiedene Praktiken realisiert, die zur Entwicklung auf ökologischer, sozialer, ökonomischer und politischer Ebene im Municipio Totora beitragen sollen. Mein Job ist es nun aus jedem Bereich Praktiken herauszusuchen (insgesamt 7) und deren Erfolg in Bezug auf Verbesserung der Agrarökologie und Nachhaltigkeit zu evaluieren. Beispielsweise wurde auf sozialer Ebene ein Schulfrühstück mit lokalen Produkten eingeführt, das zum einen eine gesündere Ernährung für die Kinder bedeutet, aber auch eine höhere Wertschätzung der Lebensmittel an sich, was wiederum mehr Respekt vor der Natur und der Landwirtschaft mit sich bringt.

Momentan suche ich solche Effekte aus der Literatur zu allen Praktiken und werde dann daraus eine Art Fragebogen für die Bauern erstellen, um zu sehen welche Effekte sich auch im Projekt besätigt haben oder was nicht so gut funktioniert hat. Das ist zu Beginn jetzt etwas viel Computerarbeit, aber mein Betreuer meinte, dass ich gerne immer wieder mit aufs Land fahren kann, um generell etwas über meine Interessenbereiche zu lernen. Deswegen bin ich guter Dinge und arbeite fleißig weiter!

PS: Ich werde auch bald noch Bilder dazu hochladen, aber das Upload-Tool dafür funktioniert gerade nicht und ich weiß nicht warum. Ich werde mich mal informieren, wie ich das Problem lösen kann.

 

Advertisements

Eine Antwort to “Raus aufs Land! – Das Projekt geht voran”

  1. Matthias Görgen Says:

    Lieber Jakob, dann wünsche ich dir viel Erfolg und interessante Ergebnisse bei dieser anspruchsvollen Forschung. Und eine gute Zeit im Team von Agrecol-Andes !!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: