Archive for Oktober 2019

How to get a Visa in Bolivia: Ein Erfahrungsbericht

18. Oktober 2019

Um mich legal knapp ein Jahr in Bolivien aufhalten zu können, musste ich ein Visum beantragen – soweit so gut. Also machte ich mich letzten Dienstag bald in der Früh auf die 1,5 bis 2stündige Fahrt in die Stadt nach Cochabamba in die „Migración“, sozusagen die Behörde für alle Ausländer und Ausländerinnen. Im Nachhinein betrachtet war ich wohl etwas zu optimistisch. Ich dachte nämlich ich gehe dahin, die schauen sich meinen Pass an, ich muss irgendeine Summe bezahlen, die geben mir einen Stempel rein und fertig. Dem war leider nicht so – aber der Reihe nach.

Dienstag: Ankommen bei der Migración – Schlange stehen – drankommen – dem Portier mein Anliegen erklären: nach einem kurzen Blick in meinen Pass reicht er mir einen Zettel mit einer langen Liste an Dokumenten, die ich brauche. Perplex stehe ich wieder draußen und studiere den Zettel. Ich habe viele Fragen und so schnell will ich mich nicht abwimmeln lassen, also wieder: Schlange stehen – drankommen. Der Portier ist geduldig und beantwortet mir meine Fragen. An der Sachlage ändert das aber leider nichts, ich komme an dem Portier heute leider nicht vorbei. Also geht’s weiter in ein Internetcafé. Nach kurzer Recherche weiß ich, wohin mich mein nächster Weg führt: zum INSO, dem Instituto Nacional de Salud Ocupacional, sozusagen dem Gesundheitsamt für die arbeitende Bevölkerung. Von denen brauche ich eine Bestätigung. Dort angekommen – zum Glück keine Warteschlange – anklopfen – wiedermal mein Anliegen erklären. Es wiederholt sich dasselbe Schauspiel wie vorher in der Migración: nach ein paar Sätzen werde ich wieder hinauskomplimentiert: auf der Außenseite der Tür stünden alle Informationen. Etwas verwirrt studiere ich also die Informationen, mit vielen offenen Fragen klopfe ich dann aber noch einmal an. Auch die Ärztin ist zum Glück geduldig und erklärt mir alles. Die Schlussfolgerung: ich kann heute nicht mehr viel ausrichten, ich muss morgen Früh wiederkommen und zwar nüchtern, mit einer Urinprobe im Gepäck und einer Bestätigung, dass ich für die notwendigen Untersuchungen bezahlt habe. Also geht’s weiter zur Apotheke, Probecher kaufen – Bankomat, Geld abheben – Bank, überweisen und das war’s dann auch für heute.

Mittwoch: Nachdem ich grausam früh aufgestanden bin, stehe ich um halb 8 wieder vor dem Gesundheitsinstitut. Die folgenden drei Stunden bestehen hauptsächlich aus Warten. Dazwischen wird mir Blut abgenommen, ich gebe meine Urinprobe ab, ein Röntgen wird von meinem Brustkorb gemacht und ich muss ein paar Fragen zu meiner Gesundheit beantworten. Es ist außerdem spannend, mal ein bolivianisches Krankenhaus von innen zu erleben und besonders angenehm, dass ich dabei nicht krank bin. Weiter geht’s wieder zur Migración: einige Fragen sind doch noch offen. Diesmal schaffe ich es am Portier vorbei und bekomme eine Wartenummer. Endlich dran, lege ich der Dame am Schalter meine Papiere vor: dieses fehlt, jenes auch, hier brauche ich das Original, hier auch – dankenswerterweise schreibt sie mir eine Liste.

Freitag: Ich bin ich wieder in der Stadt um mein Gesundheitszertifikat abzuholen (Glück gehabt, ich bin gesund!). Wieder zur Migración – Nummer ziehen – warten. Ich bin überzeugt davon, dass ich diesmal alles beisammenhabe und nehme das Warten gelassen hin. Irgendwann bin ich endlich dran, ein Herr hinterm Schalter studiert diesmal meine Papiere. Schnell erklärt er mir, dass es ein Problem gebe: hier hat eine andere Person unterschrieben als dort und das fehle mir auch. Ich versuche es ihm zu erklären, argumentiere, verweise auf die Liste, die ich zwei Tage zuvor erhalten habe. Schließlich schaltet sich auch die Beamtin, die eben diese Liste verfasst hat, ein. Es nützt alles nichts, niedergeschlagen stehe ich wieder draußen – ich muss noch einmal kommen.

Montag: 3. Besuch bei der Migración. Wieder: Schlange stehen – Nummer ziehen – warten. Ich bin zum Glück früh dran und sitze bald einer dritten Person gegenüber, die meine Papiere studiert und: wiederum findet sie ein Problem: hier steht etwas anderes als dort und das darf nicht sein. Ich bräuchte nur noch dieses eine Papier, eine Kopie würde reichen. Gut, ich lasse mich nicht entmutigen, gehe raus, telefoniere: Ernüchterung, meine Organisation hat das gefragte Papier nicht. Ich gehe also wieder rein, erkläre die Situation. Ich bin entschlossen – heute will ich nicht wieder ohne Ergebnis nach Hause fahren. Die Dame hinter dem Schalter ist ratlos, also schickt sie mich einen Stock höher in das Büro ihres Vorgesetzten. Noch einmal erkläre ich meine Situation. Wir diskutieren und schließlich bekräftigen wir mit Handschlag das Ergebnis: ich muss ein bestimmtes Dokument schreiben, aber es reicht, wenn ich heute eine Kopie der Unterschrift habe. Also wieder ins Internetcafé – das Dokument schreiben – telefonieren – warten. Ich bin megafroh, dass die Chance, heute doch noch zu meinem Visum zu kommen, noch am Leben ist. Während dem Warten beobachte ich die Müllabfuhr. Sie hat ein Megafon auf dem Dach, aus der ein Song tönt, der die Leute auffordert, ihren Müll nicht auf die Straße zu werfen, sondern zu sammeln und der Müllabfuhr zu übergeben. Irgendwann hat auch dieses Warten ein Ende, wieder ins Internetcafé, ausdrucken, wieder in die Migración. Die Beamtin von vorher nimmt mein Dokument entgegen und verschwindet nach oben in das Büro ihres Vorgesetzten. Klappts diesmal, oder wieder nicht? Sie kommt zurück: „Toma asientito“ (Nimm Platz), die eigentliche Beantragung meines Visums kann endlich beginnen! Ein paar Minuten später stehe ich wieder auf der Straße: ich muss zur Bank, die Gebühr überweisen. Also zum Bankomaten, Geld abheben – zur Bank, Nummer ziehen – warten – Überweisung tätigen – zurück zur Migracion – ins Internetcafe, zwei Kopien von der Bestätigung machen – Nummer ziehen – warten. Da sagt mir die Beamtin, ich hätte leider Pech, sie hat nämlich die Strafzahlung vergessen, da ich schon drei Tage ohne gültiges Visum im Land bin. Also wieder zur Bank, das ganze Prozedere noch einmal. Danach hetze ich zurück zur Migración, sie schließt nämlich in zehn Minuten. Das Wartezimmer ist leer, ich komme bald dran: ein Foto wird gemacht (obwohl ich schon zwei mitbringen musste…), meine Fingerabdrücke werden genommen und das war’s: in zehn Tagen kann ich wiederkommen und meinen Pass abholen. Ich hab’s geschafft! Ziemlich fertig mache ich mich auf den Heimweg nach Combuyo.

Eine von vielen Wartenummern…

Nachtrag: Während der ganzen Warterei kam mir der Gedanke, dass es gar nicht schadet, hin und wieder mal Ausländerin zu sein, um zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn man zum Beispiel dem Willen der Behörden ausgesetzt ist. Ich dachte an meine syrischen und afghanischen Freunde, die in Österreich Asyl beantragt haben und auch unzählige Behördengänge hinter sich haben. Eine Seite, die ich als Inländerin an Österreich nicht wirklich kenne, hier in Bolivien als Ausländerin aber erlebe. Als ich dann den vierten Tag in der Migración war und mir das Warten schon zu viel wurde, dachte ich mir, dass es jetzt auch wieder reicht und ich schon genug Erfahrungen mit der Behörde gesammelt habe. Da musste ich wieder an meine Freunde denken. Bei mir ging es um einen Behördengang und eine Fahrt nach Cochabamba mehr oder weniger. Bei ihnen geht es darum, ob der Asylantrag genehmigt wird oder nicht – also um die gesamte Zukunft.

Una pasantía en „Mollesnejta“

18. Oktober 2019

¡Saludos desde Cochabamba- Bolivia!
En agosto del presente año, he comenzado una pasantía en el predio experimental de agroforesteria andina “Mollesnejta” ubicada en Combuyo-Vinto sobre la cota 2750, que limita el Parque Nacional Tunari.
Mi nombre es Patricia Mamani, actualmente soy estudiante de la carrera de ingeniería forestal en la Escuela de Ciencias Forestales más conocida como “ESFOR” y perteneciente a la universidad pública Mayor de San Simón (UMSS) de Cochabamba.
“La práctica nos enseña”, es el lema de la carrera de ingeniería forestal en la “ESFOR” y por ende en cada semestre se habilitan dos semanas de prácticas forestales para realizar viajes y actividades relacionadas a cada materia.
La pasantía se realiza para obtener el título de Técnico Superior Forestal en el 6° semestre y a la vez para ganar experiencia en el ámbito laboral, también cabe recalcar que la pasantía es parte de la malla curricular de la carrera de ingeniería forestal.
Lo que me impulso a iniciar una pasantía en “Mollesnejta” fue el interés y la curiosidad que tengo en la agroforesteria y por ser de Cochabamba, que mejor lugar que este predio experimental para aprender y practicar nuevos conocimientos adquiridos.
De todas las materias que he cursado hasta ahora la que más inquietudes me ha creado ha sido la de agroforesteria. Para entender un poco aquí les dejo una definición: La agroforesteria es un sistema sustentable de manejo de cultivos y de tierra que procura aumentar los rendimientos en forma continua, combinando la producción de cultivos forestales arbolados con cultivos de campo arables y/o animales de manera simultánea o secuencial sobre la misma unidad de tierra, aplicando además prácticas de manejo que son compatibles con las prácticas culturales de la población local. (Consejo Internacional para la investigación en la Agroforesteria, 1982).
Las inquietudes que tengo y las ganas de aprender acerca de la agroforesteria se deben a que no existen recetas en la implementación de los sistemas agroforestales, se tiene principios básicos, pero no reglas rígidas, la gente del lugar son los expertos, la observación es una de tus herramientas más importante. La agroforesteria busca combinar las prácticas y los conocimientos ancestrales y locales con la ciencia.
Por ultimo dejarles el por qué, donde y los objetivos de la pasantía.
Título: “Parcela agroforestal con aplicación de biocarbón en el valle central de Cochabamba”.
El predio “Mollesnejta” tiene una superficie de 16 hectáreas y está ubicado en el Valle de Cochabamba, Provincia de Quillacollo, Municipio de Vinto, por encima del canal de riego de la comunidad de Combuyo, en la ladera de la Cordillera del Tunari y sobre la cota 2.750, que limita el Parque Nacional Tunari. El clima local es semiárido con precipitaciones anuales entre 250mm hasta 600 mm y una temperatura media anual de 18°C. El terreno es muy pedregoso y tiene una pendiente moderada hasta fuerte. La sobrecarga de animales de pastoreo anterior a 1999 había provocado erosiones, cárcavas y deslizamientos. (ECOSAF, 2016). La agroforestería existente en el sitio se experimenta principalmente con árboles frutales, con pocos cultivos. De hecho, debido al clima muy seco, los cultivos distintos de los árboles requerirían un riego regular y significativo, lo que va en contra del objetivo de esta estructura, que es el de ser lo más eficiente posible en cuanto a los recursos (Civel, 2019).
Los suelos de la comunidad de Combuyo del departamento de Cochabamba se encuentran en un proceso de desertificación por la práctica agrícola no sustentable (Bolaños, 2014). Debido a esto, los suelos en Combuyo presentan problemas de productividad y, a consecuencia de esto, las personas del lugar utilizan fertilizantes nitrogenados como la urea para fertilizar sus cultivos sin tener en cuenta los daños del excesivo uso de estos productos en el medio ambiente. Sin embargo, también son utilizados la gallinaza y fertilizantes de guano de vaca, oveja y llama a pesar de los costos elevados de estos productos (Sandoval,2019).
A este problema de disponibilidad de agua y a la pérdida de productividad se aplica el biocarbón en una parcela experimental como un producto alternativo más de los sistemas agroforestales buscando de esta manera una mayor eficiencia en el uso de los recursos existentes, porque el material orgánico para la elaboración del biocarbón proviene de la poda, raleo y limpieza necesaria en los sistemas agroforestales(SAF).
Además, las prácticas de agroforestería buscan incrementar la productividad a través de un uso eficiente del recurso suelo, permitiendo obtener al agricultor mejores rendimientos de los cultivos, mayor eficiencia en las interacciones entre componentes del sistema suelo – planta (Bolaños, 2014) y a través de los sistemas agroforestales dinámicos minimizar el uso del recurso agua.
El biocarbón, es carbón de origen vegetal producido por combustión de materia orgánica en condiciones de baja oxigenación, llamada pirolisis (Sohi et al. 2009). En el siglo XX, los científicos encontraron que los suelos más fértiles del mundo se encontraban en la Cuenca del Amazonas. Se sorprendieron al descubrir que este suelo, de increíble riqueza, conocido como ¨Terra Preta” o Tierra Negra, fue creado por las antiguas poblaciones del Amazonas, usando técnicas que permitían al suelo mantener la fertilidad a largo plazo por cientos de años. Los investigadores encontraron que el secreto de la fertilidad de esta tierra negra está dado por la diversidad de la vida microbiana y el material orgánico que pudieron incorporar en su suelo. Carbonizando la madera del lugar, este carbón, que hoy en día conocemos como biocarbón, fue devuelto al suelo, mejorando la biodiversidad del mismo y produciendo así la legendaria fertilidad de la “Terra Preta” encontrada en la cuenca Amazónica (Griffing, 2014).
Objetivo general
• Implementar una parcela agroforestal dinámica con aplicación de biocarbón en el predio experimental de “Mollesnejta”, aplicando técnicas e información obtenida en el lugar en los últimos 20 años; como prácticas alternativas con el fin de mejorar la producción, en base al uso eficiente de los recursos existentes en el lugar.
Objetivos específicos
• Evaluar los datos de prendimiento y crecimiento inicial de la especie primaria (Inga sp.) en la parcela implementada.
• Medir la biomasa adquirida en tres meses de evaluación de la especie primaria con la aplicación de biocarbón y su retención de humedad.

Un sábado y un domingo (día del peatón) trabajando juntos en la realización de hoyos y principalmente mostrando el compañerismo. (Estudiantes de la “ESFOR”)
Un sábado y un domingo (día del peatón) trabajando juntos en la realización de hoyos y principalmente mostrando el compañerismo. (Estudiantes de la “ESFOR”)

Posdata: Dentro de poco publicare más acerca de mi pasantía y de los inconvenientes tenidos en la implementación de la parcela.
Si desean saber más acerca del predio experimental “Mollesnejta “, no dude en visitar la página: https://mollesnejta.org/

Feuer: das Thema bleibt

11. Oktober 2019

Hallo allerseits! Hier meldet sich Johanna, die neue Praktikantin in Mollesnejta, Bolivien. Seit 1. August bin ich nun hier und meine ersten Tage waren gleich sehr spannend, da es in unmittelbarer Nähe einen großen Waldbrand gab, der zwei Tage und zwei Nächte lang andauerte. Seitdem ist bei uns in der Gegend zum Glück kein größeres Feuer mehr ausgebrochen, trotzdem beschäftigt uns Praktikanten und Praktikantinnen das Thema und es wird an unserem Küchentisch diskutiert.
[zur Info: der Beitrag wurde erstmals am 22. August 2019 veröffentlicht]

Laut Opinión, einer Zeitung aus Cochabamba, zerstörte der Waldbrand in den Bergen über Mollesnejta 112 Hektar. „Freiwillige Feuerwehrleute, unterstützt von Gemeindemitgliedern, benutzten Zweige und Tank-Rucksäcke, die normalerweise zum Ausbringen von Herbiziden verwendet werden, um das Feuer zu löschen.“ Dieselbe Zeitung schreibt, dass es im diesjährigen Winter bis jetzt dreimal mehr Brände gab als im Winter 2018. Laut Henry Acosta, Regionaldirektor der ATB (Autoridad de Fiscalización y Control Social de Bosques y Tierra, Behörde für Überwachung und Soziale Kontrolle von Wäldern und Land), sind diese jedoch alle illegal, da das Gesetz über kontrollierte Verbrennung im Department Cochabamba nicht gilt. Als Erklärung wird der „Chaqueo“ erwähnt. Damit wird eine gängige Praxis der bolivianischen Landwirtschaft bezeichnet, bei der die Felder abgebrannt werden um über die Asche kurzfristig mehr Nährstoffe zur Verfügung zu haben. Außerdem wird so das Feld oder auch der Wald geräumt, um dann wieder Neues anpflanzen zu können. Jedoch bringt dieses Vorgehen viele Nachteile mit sich: durch die Verbrennung wird Kohlenstoff freigesetzt, der nackte Boden ist erhöhter Erosionsgefahr ausgesetzt und die Nährstoffe aus der Asche sind nach kurzer Zeit aufgebraucht. Der Nachschub ist jedoch nicht sichergestellt, da die Biomasse fehlt, über die normalerweise Nährstoffe in den Boden gelangen. Darüber hinaus verschlechtert sich die Luftqualität und es besteht große Gefahr, dass der Chaqueo außer Kontrolle gerät und zu einem Waldbrand führt, was in letzter Zeit leider oft passiert ist. Die ABT reguliert die Chaqueos, jede Brandrodung muss von ihr genehmigt werden. „Aber in Cochabamba ist es nicht üblich, um Erlaubnis zu bitten. Es gibt keine solche Kultur“, sagt Acosta, der Regionaldirektor der ABT.

Waldbrand in den Bergen über Mollesnejta 1.-3. August 2019

Die Angst vor Feuer ist also hier vor allem während der Trockenzeit allgegenwärtig. Im Märzist der letzte Regen gefallen und es wird im besten Fall bis November dauern, bis die nächste Regenzeit beginnt. Haben wir Pech, kann es auch Dezember oder Jänner werden.

Aber nicht nur hier in Cochabamba sind Waldbrände derzeit Thema, auch in anderen Regionen Boliviens und weltweit gibt es momentan heftige Brände. Bestürzt haben wir beim Abendessen die Nachrichten über die Waldbrände im Regenwald Boliviens gelesen, die seit fast zwei Wochen wüten und schon 654.000 Hektar Wald und Weideland zerstört haben. Morgen soll ein Löschflugzeug ankommen und helfen, den Brand zu löschen, den mit Regen ist nicht zu rechnen. Und wieder werden die „Chaqueos“ als Auslöser genannt.

Schlimmer noch ist es in Brasilien, wo es derzeit im Amazonas Regenwald viele Waldbrände gibt, die sich auch nach Peru, Bolivien und Paraguay ausdehnen und worüber auch die internationalen Medien berichten.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Trockenheit durch die Klimakrise verschlimmert, ein Funken reicht dann, um einen Waldbrand auszulösen. Was kann man tun? Auch das haben wir am Küchentisch diskutiert. Wichtig ist, so glaube ich, dass der enorme Wert von Bäumen und Wäldern noch viel mehr Menschen verständlich gemacht werden muss, damit niemand mehr auf der trockenen Wiese oder im Wald ein Feuer entzündet.

Eigentlich sollte dieser Blogeintrag hier enden, doch während ich die letzten Zeilen schrieb, wurde ich von der Realität eingeholt: Ein Anruf erreichte Noemi, in den Bergen über uns, dort wo ein Teil des Trinkwasserreservoirs für Combuyo, unserem Dorf, liegt, wurde ein Feuer gesichtet. Wir hoffen also, dass kein starker Wind aufkommt und bleiben in Alarmbereitschaft…

schwarze, verbrannte Flecken bleiben…

PS: Da ihr in Zukunft noch öfter von mir lesen werdet, möchte ich mich kurz vorstellen. Ich heiße Johanna, bin 23 Jahre alt und komme aus einem Dorf im nördlichen Alpenvorland Österreichs. Vor ein paar Monaten habe ich meinen Bachelor in Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur in Wien abgeschlossen. Bevor ich mit einem Master beginnen werde, wollte ich aber noch ein bisschen Praxiserfahrung sammeln. Mein Interesse gilt der nachhaltigen Landwirtschaft, Internationaler Entwicklungszusammenarbeit und allen möglichen Projekten, Strategien und Ideen, die versuchen, die Klimakrise zu stoppen. Da ich vor meinem Studium schon ein Jahr in Ecuador als Volontärin in einem Sozialprojekt für benachteiligte Kinder und Jugendliche verbracht habe, zog es mich wieder nach Südamerika. Glücklicherweise fiel mir eines Tages auf der Uni ein Zettel mit der Ausschreibung für ein Agroforst-Praktikum in Bolivien auf  – und so bin ich nun in Mollesnejta gelandet und werde die kommenden 10 Monate hier leben, arbeiten und lernen und euch auch immer wieder daran teilhaben lassen.

Mehr Infos über Mollesnejta gibt es hier: www.mollesnejta.org
Und auch auf Facebook: https://www.facebook.com/mollesnejta/