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Unser Arbeitsalltag in Mollesneijta

22. Januar 2020

Liebe Bloggemeinschaft,
Mein Name ist Christian und zurzeit bin ich zusammen mit Johanna Agrecol-Praktikant in Mollesneijta. Ich möchte diesen Blogeintrag dazu nutzen, euch unseren Alltag auf der Versuchsstation näherzubringen.
Unser Arbeitstag beginnt meistens um 8 Uhr nach einem gemeinsamen Frühstück, gestärkt durch Porridge, Spiegeleier und leckeren saisonalen Obst aus Bolivien. Alle Langzeitfreiwilligen, die zurzeit in Mollesneijta sind, haben ihre eigene Versuchsparzelle, an welcher sie in der Regel arbeiten. Über meine Parzelle berichte ich in einem weiteren Beitrag.
Neben unseren Projekten gibt es jedoch genug anderes in Mollesneijta zu tun. So kommt es nicht selten vor, dass Noemi morgens in die Küche kommt und fragt, wer von uns Lust hat, ihr beim Pflanzen, im “vivero”, der Baumschule oder bei der Pflege der bestehenden Parzellen zu helfen. Vor allem im Dezember wird viel in Mollesneijta gepflanzt, da zum einen die Regenzeit in diesem Monat beginnt und man so die Pflanzen zu Beginn nur vermindert bewässern muss. Des Weiteren werden im Gegensatz zu Deutschland die Tage ab der 21. Dezember wieder kürzer. Die Pflanzen nehmen dies mit ihrer inneren solaren Uhr wahr und reduzieren ihr Wachstum. So kam es im Dezember nicht selten vor, dass ich meinen Vormittag damit verbracht habe, die frischgepflanzten Obst- und Beibäume anzugießen. Von 12-14 Uhr haben wir immer Mittagspause, was auch gut ist, da zu diesem Zeitpunkt die Sonne am stärksten ist. Doch jede nachdem welcher Tagesaufgabe man sich widmet, fällt auch diese Mittagspause mal schnell weg: Falls man Pflanzenkohle mithilfe des Kon-Tiki erzeugt, muss man einplanen, dass man pausenlos 8 Stunden Holz nachlegen muss, damit Kohle und keine Asche erzeugt wird.
Der Arbeitstag endet um 17 Uhr. Es folgt das Abendessen, welches von Doña Crisencia zubereitet wird. Falls keine Berichte oder Arbeiten geschrieben werden, spielen wir abends oft Karten oder schauen uns vom Modellhaus den Sonnenuntergang über dem Valle de Cochabamba an.
Ich hoffe ich konnte euch unseren Tagesablauf ein wenig näher bringen und bis bald!
Christian